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Orgatec 2018: Der weltweite Boom von Coworking Spaces

Wie sehen Bürowelten der Zukunft aus? Welche Umgebung wünscht sich eine jüngere Generation für die Arbeit? Als Antwort auf diese Fragen entstehen in einer unglaublichen Dynamik weltweit neue Coworking Spaces, wobei es längst nicht mehr nur, um das kostengünstige Teilen von Büroflächen geht. Die Orgatec 2018 wird sich intensiv mit dieser Thematik befassen. 

Coworking Space der Otto Group in Hamburg (Interior Design: PLY atelier) (Bild: Julia Maria Max )

Alte Lagerhallen und Kaufhäuser, ehemalige Banken, Kirchen und selbst Gewächshäuser werden zu kollaborativen Arbeitswelten umgebaut. Die Konzepte für geteilte Büros sind heutzutage ebenso vielfältig wie deren Nutzer. Ein Grund mehr für die Orgatec, sich mit dem Einfluss von Coworking auf die Gestaltung der Arbeitsumgebung zu beschäftigen. Denn die internationale Leitmesse, die vom 23. bis zum 27. Oktober 2018 in Köln stattfindet, zeigt schon lange nicht mehr nur Schreibtische, Container und Co. Vielmehr geht es um Arbeitskultur, Arbeitsprozesse und zukunftsweisende Office-Konzepte.

„Die Nachfrage nach kreativen und inspirierenden Räumen, die nicht nach einem klassischen Büro aussehen, wächst“, stellt Michael Schmutzer fest. Der Gründer von Design Offices, dem größten deutschen Anbieter von Coworking-Flächen, sieht darin ein Schlüsselthema. Auf der vergangenen Orgatec stellte er zusammen mit den Interior Designerinnen brandherm+krumrey eine modulare „Coworking Lobby“ für das schnelle Update schon bestehender Büroflächen vor. Denn das Bedürfnis nach neuen Arbeitsformen nimmt zu. Und gerade etablierte Unternehmen setzen auf Coworking Spaces, wenn es um die Neugestaltung ihrer Firmenzentrale geht.

Coworking = Mehrwert durch Collaboration

Dabei war Coworking lange ein Synonym für das Netzwerken in preiswerten Arbeitsräumen. Anfangs bevorzugten daher vor allem Freelancer oder Startups eine gemeinschaftlich genutzte Büroumgebung. Heute setzen auch immer mehr Großkonzerne auf einen Mehrwert durch Collaboration. „Corporate Coworking ist ein Zukunftsmodell für viele Unternehmen, insbesondere auch dann, wenn diese ihre Innovationskraft stärken wollen“, so Klaus-Peter Stiefel. Er ist einer der Autoren einer Studie, die das Fraunhofer IAO Ende letzten Jahres veröffentlicht hat. In einer Online-Umfrage wurden Unternehmen dazu befragt, inwieweit Corporate Coworking ihre Innovationsfähigkeit wirksam unterstützen kann.

Von den meisten der Befragten wurden die damit verbundenen Chancen deutlich höher bewertet als die Risiken. 1,7 Millionen Menschen werden bis Ende 2018 in knapp 19.000 Coworking Spaces weltweit arbeiten – so das Ergebnis einer aktuellen Bestandsaufnahme des Online-Magazins deskmag. Anlässlich des Booms der letzten Jahre sehen viele im Coworking die Arbeitskultur der Zukunft. Um die Mischung aus Bürogemeinschaft, Lounge und Business-Club weiter zu verbreiten, haben sich in Deutschland und anderen Ländern daher eigene Coworking Federations gegründet.

Doch das Geschäftsmodell ist nicht ganz unproblematisch und hängt mit seinem Erfolg stark vom Standort ab. Selbst in Großstädten nutzen Coworking-Betreiber Cafés oder Eventflächen zur Querfinanzierung. Auf der anderen Seite boomen zurzeit professionelle internationale Coworking-Ketten und die Nachfrage nach kollaborativen Arbeitsformen bei der Neuausrichtung etablierter Unternehmen ist groß. Doch was bedeutet es eigentlich für das Bürodesign, wenn Mitarbeiter ihre Arbeitsumgebung je nach Laune und Tätigkeit ständig neu auswählen?

Coworking Spaces stellen neue Anforderungen an Möblierung und Technik

Fest steht, dass die Beanspruchung über die von herkömmlichen, standardisierten Büros hinausgeht. „Coworking Spaces leben einerseits von einem identitätsstiftenden Look-and-feel, andererseits stellt die häufig wechselnde, intensive Nutzung der Arbeitsangebote besondere Anforderungen an die Einrichtung“, so Rudolf Pütz. Der Geschäftsführer des Büromöbelspezialisten Vitra sieht daher eine hohe Flexibilität, hochwertige Qualität und visuelle Langlebigkeit als wesentliche Eckpfeiler für die Wirtschaftlichkeit von Coworking-Flächen. Statt des klassischen Ensembles aus Schreibtisch, Bürostuhl und Rollcontainer bieten viele Hersteller mittlerweile modulare und multifunktionale Möbelsysteme für die Anpassung an wechselnde Anforderungen.

Wie Coworking und andere kollaborative Office-Konzepte die Arbeitsumgebung verändern, beleuchtet die kommende Orgatec. Vom 23. bis zum 27. Oktober 2018 präsentiert die Innovations- und Trendmesse zukunftsweisende Lösungen für moderne Arbeitswelten. Internationale Aussteller werden in Köln neue Produkte und Inspirationen zeigen: von der Einrichtung über Boden, Akustik und Licht bis zur Medien- und Informationstechnologie. Das Thema Coworking wird dabei auch im vielfältigen Rahmenprogramm eine Rolle spielen – denn das Bedürfnis nach neuen Formen der Zusammenarbeit ist weiterhin ungebrochen.

Ein Gedanke zu „Orgatec 2018: Der weltweite Boom von Coworking Spaces

  1. Für das Coworking ist die akustische Einstellung und Zonierung des Raumes wesentlich. Sonst stören sich die Nutzer gegenseitig oder verstehen sich nicht. In den Grundrissen der Planung und Bildern ist es immer still, in der Nutzung dagegen laut.

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