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Kölner Dom verwandelt sich per Projection Mapping erstmals in Medienkunst

Unter dem Motto „Dona Nobis Pacem“ findet vom 27. bis zum 30. September 2018 in Köln die diesjährige Domwallfahrt statt – mit einer Vielzahl von Friedensimpulsen im und am Dom. Ihr optischer Höhepunkt wird eine großformatige Bewegtbild-Projektion auf der Südfassade des Kölner Domes sein, die an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Damit wandelt sich das Kölner Wahrzeichen erstmals zur Medienkunst. 

Köln, Dom, Südseite, Domwallfahrt Herbst 2018, Projektskizze für die Licht-Inszenierung “Dona nobis pacem” zum Weltkriegsgedenken 1918 (Copyright: Hartung & Trenz, Köln) (Bild: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Hartung & Trenz )

 

„Mit dem Thema ‚Frieden‘ setzen wir den richtigen Impuls zur richtigen Zeit“, ist Dompropst Gerd Bachner überzeugt. „Das Motto der Domwallfahrt und der Dom-Illumination soll an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern, aber auch ein grundsätzliches Plädoyer für ein friedliches Miteinander sein. Wenn wir die aktuellen Medienberichte verfolgen, muss es uns alarmieren, dass Hass und Hetze in manchen Teilen Deutschlands wieder den Ton bestimmen. In den Tagen der Domwallfahrt wollen wir die ‚Prominenz‘ des Domes, seine Bedeutung als Deutschlands bekanntestes Gotteshaus nutzen, um eine deutliche Botschaft in die Welt zu senden: Deutschland steht gegen Hass! Deutschland steht für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen! Deutschland steht für den Frieden!“

Abendliches Projection Mapping ab 20 Uhr

Jeweils ab 20 Uhr werden vom 27. bis 30. September insgesamt 19 Projektoren die Südfassade des Domes mit einer großen Bewegtbild-Illumination erleuchten. Die 15-minütige typografische Projektion der beiden Medienkünstler Detlef Hartung und Georg Trenz thematisiert im ersten Teil den Ersten Weltkrieg mit besonderem Blick auf die ‘Heimatfront Köln’ und ruft im zweiten Teil zum Frieden in der Welt auf. Dazu erklingen Auszüge aus dem Requiem Nr. 1 in c-Moll von Luigi Cherubini und das „Dona nobis pacem“ aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. An allen Abenden sind die Besucher auf dem Roncalliplatz eingeladen, Lichter als Zeichen des Friedens an zwölf ‚Frieden‘-Skulpturen aufzustellen.

Köln, Dom, Südseite, Domwallfahrt Herbst 2018, Projektskizze für die Licht-Inszenierung “Dona nobis pacem” zum Weltkriegsgedenken 1918 (Copyright: Hartung & Trenz, Köln) (Bild: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Hartung & Trenz)

Ihre Premiere feiert die Fassadenprojektion mit einer Eröffnungsfeier am Mittwoch, 26. September. Als Redner wird an diesem Abend neben Dompropst Gerd Bachner auch Armin Laschet erwartet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherr des Projekts. Außerdem Prof. Dr. Gesine Schwan, die ehemalige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Wolfgang Wieland, der Vizepräsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Stephan Grünewald, Psychologe und Gründer des rheingold-Institutes Köln.

Neues Gedenkformat per Projection Mapping, das Identität stiftet

„’Dona nobis pacem’ auf dem Roncalliplatz bietet eine ganz neue Form des Gedenkens an“, zeigt sich Kurator Helmut M. Bien überzeugt. „Bei den Besuchern werden hoffentlich ‘Bilder im Kopf’ entstehen, die Hoffnung und auch Optimismus für die Zukunft ausstrahlen. Die Gäste können das Geschehen fotografieren und ihre Bilder an Freunde in aller Welt schicken, sie können Friedenslichter entzünden und mit anderen ins Gespräch kommen. Wortskulpturen in verschiedenen Sprachen dienen dabei als Sammelpunkte für die verschiedenen Sprachgruppen.“

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