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Zwei Projekte der Luminale 2018 bleiben den Frankfurtern erhalten

Die Luminale 2018 lockte rund 240.000 Besucher

 

Die Luminale 2018, Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, blickt auf eine erfolgreiche Festivalwoche zurück: 149 Projekte, Lichtinstallationen, Performances und Diskussionsrunden lockten rund 240.000 Besucher trotz eisiger Temperaturen zu den Spielstätten in Frankfurt und Offenbach. Besonders der Light Walk in der Frankfurter Innenstadt erfreute sich großer Beliebtheit.

Luminale 2018: Changing Times von Karmachina

Luminale/Oliver Blum
Luminale 2018: Changing Times von Karmachina

 

Insgesamt 149 Projekte standen vom 18. bis 23. März 2018 in den fünf Festivalkategorien Art, Community, Study, Solutions und Better City auf dem Programm. Das benachbarte Offenbach, seit 2008 regelmäßiger Austragungsort der Luminale, nahm in diesem Jahr mit 26 Lichtkunstwerken, Ausstellungen, Lesungen und Filmvorführungen teil. Publikumsmagnet in Frankfurt war der erstmals gestaltete Light Walk mit 35 künstlerischen Arbeiten. Auf einem Spaziergang konnten die Besucher die Innenstadt als große Open-Air-Galerie der Lichtkunst erleben. Wahrzeichen, Denkmäler, aber auch weniger bekannte Orte gab es dabei zu entdecken.

Mit dem Römer, der Alten Oper, der Europäischen Zentralbank, der St. Katharinenkirche und dem Eisernen Steg waren gleich fünf der wichtigsten Frankfurter Sehenswürdigkeiten Orte künstlerischer Auseinandersetzung mit Licht und Stadt in vielfältiger Form. Philipp Geist inszenierte den Römer als begehbare Lichtinstallation, das italienische Künstlerkollektiv Karmachina beleuchtete in einer Videomapping-Show die Geschichte der Alten Oper, die erstmalig Spielstätte der Luminale war. Das Bremer Künstlerkollektiv Urbanscreen verwandelte mit dem Illustrator Andreas Preis die Fassade der Europäischen Zentralbank in eine animierte Street-Art-Galerie.

Beachtung fanden aber nicht nur die großflächigen Installationen an der Alten Oper, am Römer und in der Katharinenkirche, sondern auch die kleineren Arbeiten auf dem Light Walk. Oberbürgermeister Peter Feldmann äußerte sich als Schirmherr der Luminale sehr zufrieden: „Die Luminale hat sich in diesem Jahr zur Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung gewandelt. Sechs Tage lang hat sie unsere Straßen, Plätze und Häuser zum Leuchten gebracht und die Menschen trotz der kalten Witterung zu abendlichen Spaziergängen verlockt. Sie hat Frankfurter Wahrzeichen wie den Römer, die Europäische Zentralbank und die Alte Oper in Lichtkunstwerke verwandelt, aber auch Orte wie den Ben-Gurion-Ring in ein neues Licht getaucht. Dabei stand nicht allein die Kunst im Fokus, auch aktuelle Fragen der Stadtentwicklung wurden im wahrsten Sinne des Wortes beleuchtet. Wir blicken zurück auf eine großartige Veranstaltung, die bei den Frankfurterinnen und Frankfurtern und den Gästen der Stadt einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Ich freue mich bereits jetzt auf die Luminale 2020.”

 

Impulse für eine nachhaltige Stadtgestaltung

Zur neunten Ausgabe der Luminale hatten die Organisatoren Licht und Kunst mit einer Debatte über urbane Herausforderungen im 21. Jahrhundert verknüpft. Zum ersten Mal verfügte die Luminale über ein Festivalzentrum im Instituto Cervantes. Die Bühne im ehemaligen Amerikahaus wurde zur Plattform für Dialog und Diskurs im neu geschaffenen Programmbereich Solutions. Schwerpunkte der fünf Themenabende waren Umwelt, Architektur, Sicherheit, Menschen und Licht. Wissenschaftler, Künstler, Stadtplaner und Bürger widmeten sich aktuellen Fragen der Stadtentwicklung. Auf dem hochkarätig besetzen Symposium „Stadtlicht” diskutierten internationale Experten Potenziale, Bedeutung, Wirkung und die verbindende Kraft von städtischem Licht vor dem Hintergrund weltweit sprunghafter Ausmaße urbaner Entwicklungen.  „Mit der Luminale wollen wir langfristig Impulse für eine nachhaltige Stadtgestaltung setzen“, sagt Festivaldirektorin Isa Rekkab. „Wir freuen uns, dass unser neues Konzept angenommen wurde und in einigen Projekten schon sichtbar geworden ist. Insgesamt sind die Themen bei den Besuchern sehr gut angekommen.“

Für Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, ist das neue Konzept der Luminale voll aufgegangen. „Die Öffnung für Fragen der Stadtgestaltung, die Unterstützung durch Oberbürgermeister Feldmann als Schirmherr, der neu gegründete Luminale-Verein und nicht zuletzt das neue Projektbüro haben dem Festival frischen Input gegeben. Die thematische Überschneidung der Light + Building mit dem Festival ist eng – Digitalisierung, Vernetzung, Sicherheit und Energieeffizienz im urbanen Raum standen sowohl im Fokus von Künstlern als auch von Ausstellern und Experten aus aller Welt. Als Begründerin der Luminale sind wir dem Festival natürlich eng verbunden und werden weiterhin unseren Teil dazu beitragen, dass es sich erfolgreich weiterentwickelt.”

 

Better City: Nachhaltig für Frankfurt

Der Bereich Better City ist jenen Projekten gewidmet, die der Stadt dauerhaft erhalten bleiben und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des gesamten Festivals leisten. Mit der Illumination der Friedberger Warte bleibt die Luminale auch außerhalb der Laufzeit dauerhaft im Stadtraum präsent. Nach Umgestaltung des Platzes wurde nun auch die Warte selbst mit neuer Beleuchtung inszeniert. Das Projekt ist eine Arbeit des Innenarchitekten und Lichtplaners Christian Uitz.

Im Projekt „Licht an” erhellt Jens Schader neun als unsicher wahrgenommene, sogenannte „Dunkelorte“ in der Hochhaussiedlung am Ben-Gurion-Ring durch unterschiedliche leuchtende Elemente. Die Objektgestaltung rund um die Kirche St. Lioba ist Ergebnis der verschiedenen Sichtweisen und kreativen Prozesse der im „Bügel“ lebenden Bewohner aller Altersstufen. Sie illustriert die anstehenden Veränderungen des Erneuerungsprozesses der Siedlung, zu denen mit Unterstützung des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt u. a. auch die nachhaltige Verbesserung der Beleuchtung im Quartier gehört.

Auch die Energiebilanz des Festivals dürfte positiv ausgefallen sein. „Wir haben viel Licht ausgemacht, bevor wir Leuchten und Projektoren angeschaltet haben“, resümiert Festivaldirektorin Isa Rekkab. „Städtische Einrichtungen, aber auch viele Anlieger haben uns dabei unterstützt, die Beleuchtung von Plätzen und Fassaden während der Luminale zu reduzieren, damit die Kunst besser zur Geltung kommt.” Für die Luminale 2020 hofft Isa Rekkab auf weitere Unterstützer und Sponsoren zur Realisierung des Programms. „Die Luminale braucht weitere starke Partner und eine gesicherte finanzielle Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft.“

Stimmen zur Luminale 2018:

„Ich bin sehr froh bei der diesjährigen Luminale an diesem besonderen Ort – dem Römer – mit meiner begehbaren Installation ´Frankfurt Fades´ dabei gewesen zu sein. Es war für mich etwas ganz Besonderes, zu sehen, wie die tausenden Besucher sich verzaubern ließen und sich die Zeit nahmen, in meinen immersiven Lichtraum einzutauchen. Ich war immer wieder auf dem Römerberg unterwegs und blickte in strahlende, glückliche, faszinierte Gesichter. Es passierte wahrlich eine Wandlung des geschichtlichen Ortes, und Frankfurter, die ihren Römer seit Jahren kennen, hatten diesen Ort sicherlich noch nie so gesehen und wahrgenommen.”
Philipp Geist; Frankfurt Fades

„Die Luminale 2018 war für mich ein rundum gelungenes und sehr erfolgreiches Projekt.”
Fabian Thiele; Hibb de Bach

„Die diesjährige Luminale bot für uns eine fantastische Plattform, um die Themen Lichtkunst, innovativer Leichtbau und städtisches Mikroklima miteinander zu verknüpfen. Unser in Kooperation mit der TU München entwickelter Prototyp hat viel positives Feedback erhalten und wird von uns weiterentwickelt. Die Luminale hat somit dazu beigetragen, innovative Themen zu setzen und Kooperationen anzustoßen.”
Moritz Dörstelmann; Urban Climate Canopy

„Wir alle gemeinsam, KünstlerInnen, Unterstützende und vor allem auch Berichtende, setzen mit diesem Festival in der Stadt Frankfurt ein starkes Zeichen, das eine breite Bevölkerung erreichen möchte: Die Luminale ist ein wertvolles, vielschichtiges und vor allem gesellschaftspolitisch relevantes Ereignis. Es ist mir eine große Freude, daran aktiv teilzuhaben. Meine Arbeit war Teil der Sektion Kunst, der Kunst im öffentlichen Raum. Danke, dass Ihr dieser Kunstform so viel Raum gebt, sie wird ja immer wieder als die Königsdisziplin der Kunst bezeichnet.”
Victoria Coeln; Katharinen+Passion

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