Im Esslinger Bürogebäude von Südwestmetall wird dank funkvernetzter Lichtsteuerung kräftig gespart

Wie lässt sich im Bürogebäude deutlich Energie mit Lichtsteuerung sparen?

Um einen Raum zu erhellen, bedarf es nicht unbedingt eines Schalters. Es geht auch ohne – das zeigt Nimbus mit moderner LED-Lichttechnik im 2017 fertiggestellten Esslinger Bürogebäude der Südwestmetall-Bezirksgruppe Neckar-Fils. Im schwungvollen und betont transparenten Gebäude sorgt die funkvernetzte Lichtsteuerung dafür, dass sich die LED-Leuchten selbstständig aktivieren – und zwar nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Und auch die formalen Aspekte der Nimbus Leuchten hat die Architekten vom Architekturbüro fritzen 28 überzeugt.

Die neue Geschäftsstelle von Südwestmetall in Esslingen Dieter Blum
Die neue Geschäftsstelle von Südwestmetall in Esslingen

Dass ein schwieriges Grundstück nicht im Widerspruch zu herausragender Architektur steht, zeigt das 2017 fertiggestellte Bürogebäude von Südwestmetall in Esslingen am Neckar. Unweit von Stuttgart durchläuft Esslingen derzeit einen städtebaulichen Wandel, werden ehemaliger Güterbahnhof samt angrenzendem Industrieareal neu entwickelt. Nach Westen hin endet das große Gebiet in einem dreieckigen Zwickel – zwischen Bahnstrecke, Straße und steil aufragenden Weinberg-Terrassen. Mithin keine einfache Situation, was aber das ortsansässige Architekturbüro fritzen 28 nicht davon abhielt, dort ein Gebäude zu errichten, das die besonderen Anforderungen des Bauherren mit den lokalen Rahmenbedingungen in ein eigenständiges architektonisches und energetisches Konzept überführt.

Effiziente Energie- und Lichttechnik 
Die Heiz- und Kühlenergie bezieht eine Wärmepumpe aus einem Grundwasserbrunnen, aktivierte und weitgehend unverkleidete Decken übernehmen die Raumtemperierung. Zusammen mit dem Büro Transsolar entwickelt und durchsimuliert, bringt die mechanische Quelllüftung über die Hohlraumböden Frischluft herein, die Fenster lassen sich manuell öffnen, die Entlüftung läuft über Wärmetauscher durch das Atrium. Neben der Verschattung und Dreifach-Verglasung reduziert auch die Lichttechnik die Kühllasten erheblich. Denn diese basiert komplett auf LED-Leuchten mit einem umgerechneten Strombedarf von nur sechs Watt pro Quadratmeter Nutzfläche. Ein Wert, der auch durch die nutzungsorientierte und tageslichtabhängige Lichtsteuerung zustande kommt. Dabei stammen nicht nur die Leuchten, sondern auch die Lichtsteuerung von der Stuttgarter Nimbus Group.

Wireless IQ: eine sehr schlanke Lichtsteuerung 
So illuminieren über die volle Höhe abgependelte, runde Scheiben der Familie Modul R Project das Atrium – auch in den wenigen Bereichen, wo aus Akustikgründen abgehängte Decken installiert wurden. Alle diese Leuchten arbeiten mit Lichtsensoren, die für die tageslichtabhängige Anpassung der Leuchtstärke sorgen – und zwar dezentral für einzelne Leuchtengruppen. Diese besonders schlanke Form der Lichtsteuerung ermöglicht „Wireless IQ“, eine von Nimbus entwickelte, auf dem Zigbee-Standard basierende Funkvernetzung der Leuchten. Was diese Technologie leisten kann, zeigt sich vor allem in den Büros:

Steh- und Deckenleuchten kommunizieren per Lichtsteuerung miteinander
Das Licht aktiviert sich dort automatisch, wenn der Präsenzsensor in den Deckenleuchten Modul Q Project den Eintritt einer Person registriert. Die Deckenleuchten starten dann verzögerungsfrei und leiten zugleich über die Lichtsteuerung Wireless IQ ein Funksignal an die Stehleuchte Force One Power am Arbeitsplatz, die auf 50 Prozent Leistung hochfährt. Nähert sich der Mitarbeiter der Stehleuchte, dimmt diese auf das individuell eingestellte Lichtniveau hoch. Dank der integrierten Wireless IQ-Funktechnologie und der Sensorik können die Deckenleuchten je nach Anforderungs- und Nutzungsprofilen zu sogenannten „virtuellen Gruppen“ oder „Lichtwolken“ zusammengefasst werden.

Ändert sich der Anteil des Tageslichts im Raum, so registriert dies der Sensor der Stehleuchte, justiert entsprechend der Soll-Lichtstärke nach und regelt auch die Deckenleuchtengruppe mit. Und solange der Mitarbeiter unter der Force One arbeitet und vom Präsenzsensor erfasst wird, bleibt auch die Deckenbeleuchtung auf einem konstanten Lichtniveau. Individuelle Veränderungen seitens der Mitarbeiter sind jederzeit über die Sensortasten an der Stehleuchte möglich. Auch in diesem Fall folgt die Deckenleuchte den neuen, an der Stehleuchte gewählten Werten. Welche Leuchten miteinander kommunizieren, legt die softwareseitige Gruppierung von Einzelleuchten zu einer „Lichtwolke“ fest.

Lichtsteuerung ohne Schalter und Verkabelung sorgt für Flexibilität bei Umnutzungen 
Ein weiterer Vorteil von Wireless IQ ist, dass man sowohl auf den traditionellen Lichtschalter als auch die Verkabelung verzichten kann. Die Befreiung von starren Elektroinstallationen bedeutet auch, dass Organisationsveränderungen oder Umnutzungen einfacher sowie preiswerter durchgeführt werden können. Und weil Mitarbeiter so einfach wie komfortabel übersteuern können, erfreut sich Wireless IQ in Esslingen einer sehr hohen Akzeptanz. Sicherlich auch, weil die Leuchtenschaltung so gut wie keine Latenz aufweist – schließlich möchte niemand einen dunklen Bereich betreten, nicht im Treppenhaus und auch nicht in Fluren. Ganz schalterfrei ist das Gebäude freilich nicht. In Besprechungsräumen dienen sie dazu, unterschiedliche, nutzungs- und präsentationsbezogene Lichtszenarien abzurufen. Aber selbst diese Schalter basieren auf den Funkstandard Zigbee und benötigen keine fixe Elektroinstallation.

Designsprache der LED-Leuchten passt zum architektonischen Prinzip
Nicht nur Energieeffizienz, Komfort, Flexibilität und die einfache Lichtsteuerung überzeugten die Architekten und den Bauherren von den Nimbus-LED-Leuchten. „Der formale Aspekt war uns auch wichtig. Erstens passen die flachen Leuchten bestens zu unserem Schichtenprinzip und zweitens konnten wir die Designsprache durch das ganze Haus konsistent halten“, erklärt Katrin Kussina von fritzen 28. Das architektonische Konzept gehorcht dem Prinzip der horizontalen Schichtung, jeder Geschoss-Grundriss ist anders geformt, rückt mal ein, kragt an anderer Stelle aus. „Das ist eine Analogie zu den Weinbergen nebenan“, ergänzt Hansjörg Schwarz von fritzen 28. Es ist ein munteres, amorphes Verfließen der Etagen zueinander, nur nach Osten zu einer künftigen Platzsituation hin beruhigt sich die Bewegung, sonst „liegen keine Punkte direkt übereinander“.

Noch etwas kennzeichnet die Hülle des gestreckten Baus: Sie ist auf hohe Transparenz ausgelegt. Zwischen den weißen Bändern der mächtigen Etagendecken findet sich fast ausschließlich Glas – getreu dem Verlangen des Bauherren nach einem kommunkativen, offenen Haus. Schließlich handelt es sich nicht um ein klassisches Verwaltungsgebäude des Arbeitgeber-Verbandes der Metallindustrie. Zwar befinden sich auch Büros hinter gläsernen Trennwänden, doch im Grunde dient das Gebäude als Forum für Veranstaltungen, bietet den Verbandsmitgliedern Räume für Meetings, für Beratung, für Events. Daher auch der große Luftraum, der alle Ebenen durchbricht, diese mit einer breiten Treppe verbindet und eine große, einladende Geste darstellt. Von hier aus führt der Weg in den großen Konferenzraum im Erdgeschoss, in die kleineren, multimedial ausgerüsteten Besprechungsräume darüber oder in die verschiedenen Büros. An jeder Stelle lässt sich dabei die Struktur des Skelettbaus ablesen, entstehen jeweils andere Sichtbezüge nach innen und nach außen.

 

Das Objekt auf einen Blick
Fakten: Neubau eines viergeschossigen Büro- und Veranstaltungsgebäudes mit Tiefgarage
Bauherr: Südwestmetall Bezirksgruppe Neckar-Fils
Architekt: [fritzen28]architekten

Eingesetzte Nimbus Produkte (www.nimbus-group.com):
– Modul Q 280 Project Deckenleuchte mit Wireless IQ und integrierter Tages- und Umgebungslichtsensorik
– Modul Q 340 Project Deckenleuchte mit Wireless IQ und integrierter Tages- und Umgebungslichtsensorik
– Modul R 340 Project Deckenleuchte mit Wireless IQ und integrierter Tages- und Umgebungslichtsensorik
– MODUL R 36 Deckenleuchte
– RIM R 36 Deckenleuchte
– Modul R 600, R 900 und R 1200 Project Pendelleuchten
– Modul R 280 Project Deckenleuchte mit Wireless IQ und integrierter Tages- und Umgebungslichtsensorik und mit additivem Pendelset
– Modul R 340 Project Deckenleuchte mit Wireless IQ und integrierter Tages- und Umgebungslichtsensorik und mit additivem Pendelset
– Force One Stehleuchte mit Wireless IQ
– Whisky Soda Bollard Pollerleuchten (Aussenleuchten)
– Pendelstrukturen bestehend aus Modul R Project Pendelleuchten (Sonderleuchten)

Sie wollen mehr über professionelle Möglichkeiten der Lichtsteuerung für verschiedene Gebäudenutzungsszenarien erfahren?
Einen Grundlagenbeitrag dazu finden Sie in der aktuellen Ausgabe von KommunikationsRaum.
Das Magazin können Sie in unserem Shop direkt bestellen oder downloaden!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.