Lichttechnische Vielfalt in einem zeitgemäßen Umfeld

STRABAG Unternehmenszentrale in Köln

In Deutschland blickt der europäische Technologiekonzern für Baudienstleistungen, die STRABAG AG, als Marktführer im Verkehrswegebau auf eine über 90-jährige Tradition zurück. Dabei reicht das Leistungsspektrum von der digitalen Planung über die Baustoffgewinnung und -produktion, den Bau der Projekte bis hin zur Wartung und Unterhaltung durch eigene  Straßenbetriebsdienste. Kein Wunder also, dass der firmeneigene Neubau in Köln auch hinsichtlich der Beleuchtungslösungen so einiges an markanten und sehenswerten Ausstattungsmerkmalen zu bieten hat.

(Bild: Molto Luce)

Von außen betrachtet wirkt das Gebäude trotz der modernen Bauweise zeitlos und lässt durch seine klaren geometrischen Formen und die umfangreiche Verglasung Anlehnungen an den Bauhaus-Charakter erkennen. Die bereits in der Gebäudehülle auffallenden offenen Strukturen ziehen sich durch das gesamte Bauwerk hindurch und sind als eine Art Markenkennzeichen zu betrachten. Teilweise sind die einzelnen Geschosse in den Bereichen der Kreativzonen so miteinander verbunden, dass manche Deckenhöhen in das darüber liegende Geschoss hineinwachsen und so eine sichtbare Verbindung zwischen den einzelnen Bereichen entsteht. Dies sorgt nicht nur für eine bildliche Transparenz, sondern erlaubt tatsächlich auch den Einblick in andere Etagen und lässt das Gebäude so offen und beinahe durchsichtig wirken.

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(Bild: Molto Luce)

Der österreichische Leuchtenhersteller Molto Luce hat in enger Zusammenarbeit mit dem Ing.büro Dörflinger und Beikirch u. a. die Planung und Ausführung der gesamten kommunikativen Bereiche ausgeführt, zu denen die Lobby, die unterschiedlichen Think Tanks und Kreativzonen, die Teeküchen und Besprechungsräume, aber auch die Flure und die Kantine gehören. Dabei kamen sowohl dekorative Lichtelemente, als auch klassische Profilleuchten zum Einsatz, welche sich an den jeweiligen Nutzungsanforderungen orientieren. Durch die Integration der Beleuchtung in das Gebäudemanagement lassen sich die einzelnen Lichtzonen zentral oder aber in den jeweiligen Räumen über die entsprechenden Dali-Schnittstellen schalten und dimmen und bieten somit ein hohes Maß an Flexibilität. Da die eigentlichen Büroräume größtenteils außen angeordnet sind, erstrecken sich die Kommunikationszonen über den Kern des Gebäudes und sind so meist nur indirekt vom Tageslicht beeinflusst. Dies erfordert an die Lichtlösung entsprechende Lichtstärken, Lichtfarben und Lichtlenkungen, die auch in diesen Bereichen eine konzentrierte Arbeitsweise ermöglichen. Neben den offen gestalteten Think Tanks, die sich in unterschiedlichen Abständen in vereinzelten Buchten der umlaufenden Flure befinden, sind die Kreativzonen komplett verschließbare Räume mit jeweils zwei Glaswänden, die sich über großflächige Verschattungen aber vom eventuell störenden Büroalltag abschotten lassen. Die Kantine mit einer offenen und daran angrenzenden Kommunikationsfläche befindet sich an zentraler Stelle im direkten Umfeld des Empfangs und der großzügigen Lobby im Erdgeschoss, ist ebenso transparent gestaltet und erlaubt auch in den Arbeitspausen ein ungezwungenes Miteinander.

Der Empfang – geradlinig und geschmackvoll

Durch eine flächig beleuchtete Drehtür gelangt der Besucher in das Gebäude und befindet sich dort an zentraler Stelle direkt gegenüber dem Empfangstresen. Der erste Eindruck ist weniger protzig, sondern eher geradlinig und geschmackvoll. Dieses Empfinden wird durch sparsam, aber prominent platzierte Kunstwerke unterstützt. Die Grundbeleuchtung über dem Tresen besteht aus einer Reihe an LED-Profilen, die bündig in die Decke eingelassen sind und aufgrund der verwendeten Prismatik (spezieller Blendschutz) auch eine blendfreie Bildschirmarbeitsplatzarbeit ermöglichen. Die in Betonoptik gehaltene Theke scheint aufgrund der umlaufenden Sockelbeleuchtung zu schweben und verstärkt so den leichten Charakter und lässt aufgrund des gegossenen Strabag-Logos keine Zweifel an der Örtlichkeit.

 

Links von der Theke gelangt man in einen großzügigen Aufenthaltsbereich, der sich aufgrund der Bestuhlung und der integrierten Kaffeebar auch als attraktive Besprechungszone für Spontanbesuche eignet. Auf der rechten Seite erstrecken sich im Foyer die Fahrstühle, Treppenaufgänge und Flure, um in die weiteren Bürobereiche zu gelangen. Die Deckenhöhe ragt hier in das erste Geschoss und eröffnet den ersten Blick in das Gebäude. In unterschiedlichen Größen und Abhängehöhen sind hier runde LED-Pendelleuchten mit einer weichen Lichtcharakteristik und einer warmen Lichtfarbe platziert, die den Raum angenehm und wohnlich ausleuchten und so in spannendem Kontrast zu der sonst eher kühlen Struktur der Wände und der Akustikdecke stehen. Der mit gläserner Oberfläche versehene Vorsprung mit den Fahrstühlen setzt sich sowohl farblich als auch lichttechnisch von dem Raum ab. Ein LED-Profil leuchtet diesen Bereich hell aus und sorgt so für ein angenehmes Empfinden, was insbesondere in diesem Bereich von psychologischer Bedeutung ist. Eine Glasbrüstung im ersten Obergeschoss ermöglicht den ungehinderten Blick in das Foyer und sorgt für visuelle Transparenz.

Flure und andere Verkehrswege

Beinahe alle Flure haben einen hohen Tageslichtanteil, der entweder über die verglasten Büros an den Außenseiten des Gebäudes oder über den großzügigen Innenhof erfolgt, der das Gebäude und deren Struktur weiter auflockert. Um den Tunneleffekt in den teils langen Fluren zu mildern, wurden die bündig in die Decke platzierten LEDProfile quer zur Laufrichtung in regelmäßigen Abständen montiert. Hier kam ebenfalls eine warme Lichtfarbe zu Einsatz, die mit den vorhandenen Teppichbelägen in Naturtönen für ein gesteigertes Wohlbefinden sorgt. Die Flächen vor den zentral befindlichen Fahrstühlen wurden mit umlaufenden LED-Profilen und mittig platzierten Downlights so beleuchtet, dass diese sich vom Helligkeitsniveau positiv abheben, da hier der Tageslichteinfall entsprechend geringer ausfällt.

Kommunikationszonen

Teamarbeit und Kommunikation werden vom Unternehmen offensichtlich geschätzt und aufgrund der Vielzahl an zur Verfügung stehenden Zonen aktiv gefördert. Auf allen Etagen befinden sich zahlreiche Rückzugsorte, um dem Büroalltag zu entfliehen bzw. sich mit Kollegen oder Besuchern sachlich und fachlich auszutauschen. Die unterschiedliche Gestaltung ermöglicht die zielgerechte Nutzung, die von kurzen Besprechungen über ausschweifende Brainstormings bis hin zur gemütlichen Kaffee- oder Teepause reicht. Auch die Bestuhlung ist differenziert gehalten und umfasst im Detail einladende Sofas, stylische Ohrensessel und praktische Barhocker. Für alle Eventualitäten und Ansprüche ist ganz offensichtlich Sorge getragen. Die jeweiligen Räume und Zonen liegen fast ausschließlich zum Gebäudeinneren hin und sind so nur bedingt vom Tageslicht abhängig. Dies wird durch ein wirkungsvolles und steuerbares Kunstlicht ausgeglichen, welches sich, in mindestens zwei Schaltkreise geteilt, über Touchpanels in der Helligkeit regeln lässt.

Die Think Tanks sind zur Hälfte verglast. (Bild: Alexander Schwarz)

Die zur Hälfte verglasten Think Tanks befinden sich an den jeweiligen äußeren Ecken der Etagen und sind farblich voneinander abgegrenzt, was eine eindeutige Definition für die Mitarbeiter ermöglicht. Die einzelnen Farbwelten finden sich im Bodenbelag, den schallabsorbierenden Wand- und Deckenbelägen, den Leuchten und den zur Verschattung vorhandenen Vorhängen wieder. Einige Räume erstrecken sich auf das darüber liegende Geschoss und sind aufgrund dessen mit großzügigen Akustikelementen in der jeweiligen Raumfarbe ausgestattet. Die Beleuchtung erfolgt hier über einen dimmbaren LED-Ring, der mittig über den eigentlichen Besprechungszonen abgehängt ist. In den Think Tanks mit „normaler“ Raumhöhe befinden sich an den massiven Wänden LED-Profile, die ein angenehmes, da über die farbigen Wandflächen reflektiertes Licht in den Raum werfen. Auf die gleiche Art und Weise sind die etwas gemütlicheren, jedoch offeneren Besprechungszonen mit Ohrensesseln und teils an die Akustikwände integrierten Sitzelementen ausgestattet. Ebenfalls von den Fluren aus erreichbar befinden sich vereinzelte und offen gestaltete Rückzugsorte für kurze oder weniger sensible Besprechungsszenarien. Diese „kleinen Kojen“ sind mit gegenüberliegenden Sofas ausgestattet und werden von der rückseitigen Wand her mit einem ebenfalls dimmbaren LED-Profil ausgeleuchtet. Auch hier spielen die unterschiedlichen Farbwelten eine große Rolle und lassen diese Kreativzonen spannend und zugleich anregend wirken.

Zudem sind die Think Tanks unterschiedlich farbig gestaltet (Bild: Alexander Schwarz)

Kantine und Teeküchen

Jeder Bürotrakt verfügt in unmittelbarer Nähe über jeweils zwei Teeküchen, die je nach Größe über einzelne Hoch – tische oder eine Bar mit entsprechenden Sitzgelegenheiten verfügen. An zentraler Stelle befindet sich pro Etage zusätzlich eine großzügige Personalküche, die zur Verköstigung eigener Speisen einlädt. Auch hier sorgen eingelassene und umlaufende LED-Profile für die notwendige Beleuchtung und tauchen die Räume in ein angenehmes Licht. Zusätzlich befinden sich in den Küchen Mooswände, die über spezielle Strahler ausgeleuchtet sind, deren Farbspektrum
das Wachstum fördert. Der (Licht-)Effekt ist nicht nur sehenswert, sondern auch der Notwendigkeit geschuldet, dass diese Pflanzenwände einen erhöhten Lichtbedarf haben. Der Aufwand lohnt sich, denn die so gestalteten Wände versprühen ein natürliches Flair, verbessern das Raumklima und absorbieren den Schall. Im Erdgeschoss befindet sich in direkter Umgebung zum Empfang die Kantine. Diese ist voluminös gestaltet und bietet einer Vielzahl an Besuchern und Mitarbeitern den benötigten Platz für die Mittags- oder eine umfangreiche Kaffeepause. Naturfarbene Elemente, wie die Decke, die Tische und vereinzelte Wandverkleidungen, sorgen neben der Beleuchtungslösung für eine angenehme und beinahe wohnliche Atmosphäre.

Die Tische der Kantine sind mit einem Schienensystem und daran befindlichen Pendelleuchten ausgeleuchtet und verleihen dem Raum so eine eher lockere und ungezwungene Atmosphäre, was durch die naturfarbene Decke und weitere Elemente gefördert wird. (Bild: Alexander Schwarz)

Über den Tischen sind flache LED-Pendelleuchten in runder Form platziert, die aufgrund der warmen Lichtfarbe und ihrer formalen Gestaltung die voran beschriebene (Licht-)Stimmung unterstützen und den Raum spürbar auflockern. Die einzelnen Leuchten sind über ein Schienensystem miteinander verbunden, das direkt auf der Akustikdecke montiert ist. Vereinzelt und in symmetrischem Abstand platzierte Downlights sorgen für die benötigte Grundbeleuchtung auch neben den eigentlichen Sitzgelegenheiten. Über der Essensausgabe und dem offen gestalteten Küchenbereich befindet sich ein 3-Phasen-System mit bedarfsgerecht ausgerichteten Strahlern. Hohe Leistungswerte und ein ebensolcher Farbwiedergabeindex sorgen an dieser Stelle für eine attraktive Ausleuchtung der Lebensmittel. Ebenso gewährleisten die flexiblen Strahler ausreichend viel Licht, damit das dort beschäftigte Personal alle Sehaufgaben in diesem sensiblen Bereich ausnahmslos gut bewältigen kann. Auch hier spielen der großzügige Einsatz von umlaufenden Fenstern und die allgegenwärtige Transparenz als Maßstab des Unternehmens eine maßgebliche Rolle für das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Besucher.

Augenmerk auf Wohlbefinden

Der Neubau der Unternehmenszentrale von Strabag hält sich architektonisch eher zurück, punktet jedoch durch die detailliert ausgearbeiteten Kommunikationsflächen und das Augenmerk auf das Wohlbefinden des Personals und deren Gäste. Die umfangreich und liebevoll gestalteten Zonen dominieren das Gebäude und erlauben Rückschlüsse auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Hinblick auf das Personalwesen und deren gewünschte Arbeitsweisen. Mit viel innenarchitektonischem Know-how und einigen technischen Raffinessen ist ein attraktiver Bürokomplex entstanden, der als modern und zeitgemäß zu bewerten ist.


Weblinks:
// Ing.büro Dörflinger und Beikirch
// Molto Luce GmbH
// Strabag AG
// Ed. Züblin AG

 

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