Moderne Medientechnik im Zeiss-Großplanetarium Berlin

Fulldome-Projektion im Planetarium

Das wiedereröffnete Zeiss-Großplanetarium Berlin ist eines der größten deutschen Planetarien und zählt zu den medientechnisch modernsten Sterntheatern Europas. Dafür sorgen nicht zuletzt beeindruckende Projektionen. 

Im Planetariumssaal des Zeiss-Großplanetariums: Zu sehen sind der neue Sternprojektor vom Typ ZEISS UNIVERSARIUM Modell IX und eine Projektion aus der 360-Grad-Eigenproduktion des Hauses "Sterne über Berlin".

SPB / Foto: Frank-Michael Arndt

Im Planetariumssaal des Zeiss-Großplanetariums: Zu sehen sind der neue Sternprojektor vom Typ ZEISS UNIVERSARIUM Modell IX und eine Projektion aus der 360-Grad-Eigenproduktion des Hauses “Sterne über Berlin”.

Nach umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurde das Zeiss-Großplanetarium Berlin im August 2016 wiedereröffnet – seither lädt in der deutschen Hauptstadt eines der technisch modernsten Sterntheater Europas zu einem Besuch ein. Das Haus möchte gleichermaßen Ort für Unterhaltung und für Bildung sein sowie mit einem breit gefächerten Programm neue Besuchergruppen ansprechen. Im sogenannten „Wissenschaftstheater“ soll nicht nur in die Sterne, sondern auch auf die Erde geschaut werden: Neben Astronomie stehen Biologie, Chemie, Medizin, Physik und Geologie auf dem Programm. Jenseits der Sternen-Shows werden Dokumentationen sowie Musik- und Kinderprogramme gezeigt.

Das Zeiss-Großplanetarium Berlin zählt zu den größten Planetarien in Deutschland.

Jörg Küster

Das Zeiss-Großplanetarium Berlin zählt zu den größten Planetarien in Deutschland.

Fulldome-Projektion
Das Zeiss-Großplanetarium Berlin wurde ursprünglich im Oktober 1987 als einer der letzten DDR-Prestigebauten an der Prenzlauer Allee eröffnet und gehört mit einem Kuppel-Außendurchmesser von 30 Metern zu den größten Planetarien Deutschlands. Heimlicher „Star“ des im Berliner Ernst-Thälmann-Park gelegenen Planetariums ist heute der neue Zeiss-Projektor „Universarium Modell IX“, der 9.300 Sterne in die 14 Meter hohe Kuppel mit einem Innendurchmesser von 23 Metern projiziert und ein älteres Modell des gleichen Herstellers abgelöst hat. Der Zeiss-Projektor kann bei Bedarf über eine Hebebühne in einen Wartungsschacht verfahren werden. 830 m² Projektionsfläche werden im Kuppelsaal des Zeiss-Großplanetariums Berlin bespielt.

Das Licht wird dabei nicht von einer Leinwand, sondern von mit schwarzer Gaze hinterlegten Aluminiumblechen reflektiert. Die weiß lackierten Bleche sind einen Millimeter stark und fein perforiert, so dass sie die Abstrahlung der hinter ihnen installierten Lautsprecher nicht übermäßig tangieren. Der Kuppelsaal verfügt über 307 Sitzplätze und vier Rollstuhlplätze. Eine kompakte Bühne für Veranstaltungen ist Teil der Ausstattung. Neben dem Zeiss-Sternenprojektor werden als Bildlieferanten zehn umlaufend im Kuppelrand angebrachte Zeiss „powerdome VELVET“ DLP-Projektoren herangezogen, die digital via DisplayPort adressiert werden. Jeder Projektor liefert ein Teilbild, das nahtlos mit den Bildern seiner Konterparts überlappt, wodurch ein kuppelfüllendes 360-Grad-Vollbild als sogenannte „Fulldome-Projektion“ entsteht. Trotz ihrer guten Qualität wären die DLP-Projektoren nicht in der Lage, die detaillierte Sternenprojektion des „Universarium Modell IX“ zu ersetzen – die Hybridlösung ist für das Planetarium somit unumgänglich.

Neben dem Zeiss-Sternenprojektor werden als Bildlieferanten zehn umlaufend im Kuppelrand angebrachte Zeiss powerdome VELVET DLP-Projektoren herangezogen – hier ein Testbild.

Jörg Küster

Neben dem Zeiss-Sternenprojektor werden als Bildlieferanten zehn umlaufend im Kuppelrand angebrachte Zeiss powerdome VELVET DLP-Projektoren herangezogen – hier ein Testbild.

Projektion für Events und Vorträge
Für Sonderveranstaltungen und Vorträge stehen im Zeiss-Großplanetarium Berlin zwei weitere Projektoren bereit, die losgelöst vom rundum projizierten Astronomie-Content zwei annähernd rechteckige Bilder auf den unteren Rand der Kuppel werfen. Gewählt wurden zwei Hitachi 1-Chip-DLP-Laser-Projektoren des Typs LP-WU9750B mit ML-904 Objektiven und einer Lichtleistung von 8.000 ANSI-Lumen. Punkten konnten die Hitachi-Geräte nicht zuletzt durch ihre zeitgemäße Lichtquelle, die einen deutlich geringeren Wartungsaufwand als bei konventionellen Leuchtmitteln in Aussicht stellt.

Für Sonderveranstaltungen und Vorträge stehen im Zeiss-Großplanetarium Berlin zwei Hitachi 1-Chip-DLP-Laser-Projektoren des Typs LP-WU9750B bereit.

Jörg Küster

Für Sonderveranstaltungen und Vorträge stehen im Zeiss-Großplanetarium Berlin zwei Hitachi 1-Chip-DLP-Laser-Projektoren des Typs LP-WU9750B bereit.

Von Vorteil ist weiterhin die stufenlose Dimmbarkeit, die eine gute Anpassung an die im Planetarium stark variierenden Lichtverhältnisse ermöglicht: Im normalen Betriebsmodus ist der Kuppelsaal stockfinster (für Fotofreunde: 30 Sekunden Belichtungszeit bei Blende 8 und ISO 800), während bei Sonderveranstaltungen für gewöhnlich ein deutlich helleres Ambiente bevorzugt wird. Um den Gegebenheiten in Form der gebogenen Kuppel gerecht werden zu können, ist das integrierte Image-Warping der Hitachi-Geräte nützlich: Trotz Krümmung der Projektionsfläche sind Charts bei geeigneter Font-Wahl und Buchstabengröße gut lesbar. Projiziert wird im Event-Kontext stets in nur eine Richtung, da die bereits erwähnte Bühne fest eingebaut ist. Für die Einspeisung von Video- und Audiosignalen sind sowohl im Bereich des Podiums als auch in einem den Kuppelsaal umrundenden Gang mehrere Anschlusskästen.

Autor: Jörg Küster

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