Featured Editions zeigt auf der imm cologne neun Licht-Installationen

imm cologne: Experimentelle Light Labs für neue Licht-Visionen

Mit Licht experimentieren – könnte es eine schönere Aufgabe für Designer, Künstler, Architekten und Interior Designer geben? Für die imm cologne haben sich die kreativen Aussteller der Pure Editions-Hallen wie etwa Vitra, Cappellini oder Zeitraum laut Veranstalter einiges einfallen lassen. In der nächsten Woche können sich die Besucher selbst davon überzeugen. 

Der polnische Hersteller Gie El setzt mit Light the Rust den Rost ins rechte Licht. Illustration: Gie El, Koelnmesse
Der polnische Hersteller Gie El setzt mit Light the Rust den Rost ins rechte Licht.

„Light Labs“ – Lichtlabore – heißt das Motto der diesjährigen Ausgabe der Featured Editions auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne 2018, die vom 15. bis 21. Januar 2018 in köln stattfindet. Light Labs ist aber nicht nur das Motto. Es handelt sich vielmehr ganz konkret um Labor-Räume: kleine, nur von transparenter Gaze umschlossene, zeltartig überspannte Flächen, in denen das Licht einen eigenen Raum hat, um zu leuchten, hindurch zu schimmern, zu reflektieren, zu sprühen, zu klettern, sich zu verzweigen oder auch hinauszutreten.

Bei den Featured Editions wird das Licht zum Hauptdarsteller auf der Bühne
Zusammen mit jeweils einem von ihnen ausgewählten Kreativen entwickeln die Aussteller der imm cologne jedes Jahr neue Präsentationen, die Produkte in ihrer Entstehung oder als rein ästhetische, kulturgeschichtliche oder auch künstlerisch verfremdete Objekte zeigen. Die originellen Inszenierungen werden innerhalb des Design-Segments Pure Editions auf neun, über die zwei Messehallen 2.2 und 3.2 verteilten Bühnen gezeigt. In der nunmehr bereits sechsten Ausgabe der Featured Editions werden diese Bühnen nun zu „Light Labs“ ausgebaut.

Dantes Installation Lighthouse spielt mit dem Thema des Leuchtturmes. Drei Exemplare der von Christoph de la Fontaine gestalteten Leuchte Nightingale drehen sich auf hohen Sockeln um die eigene Achse. Die Lichtkegel, die sie dabei werfen, streifen sowohl die beiden anderen Leuchten als auch die reflektierende Gaze des Light Labs. Illustration: Dante, Koelnmesse
Dantes Installation Lighthouse spielt mit dem Thema des Leuchtturmes. Drei Exemplare der von Christoph de la Fontaine gestalteten Leuchte Nightingale drehen sich auf hohen Sockeln um die eigene Achse. Die Lichtkegel, die sie dabei werfen, streifen sowohl die beiden anderen Leuchten als auch die reflektierende Gaze des Light Labs.

Die Featured Editions sind ein exklusives Ausstellungsformat zum Entdecken, das die imm cologne alljährlich den Pure Editions-Ausstellern für ein Statement in Form einer Installation zur Verfügung stellt. Die Ausstellung wird dezentral auf neun in der Halle verteilten Pyramiden („Light Labs“) inszeniert und orientiert sich an der offenen Struktur der Hallenarchitektur. Die Beschränkung auf neun Stationen soll einen hohen Qualitätsanspruch und eine kompakte Aussage für Besucher und Medien gewährleisten. Alle an einer Teilnahme interessierten Aussteller mussten sich mit einem Konzept bewerben, das sie zusammen mit einem Kreativen – Designer, Architekt, Innenarchitekt, Handwerker oder Künstler – erarbeiteten und auf der Messe umsetzen. Eine Jury kürt während der imm cologne 2018 die besten Entwürfe. Die Realisierung der Inszenierungen erfolgt zusammen mit dem Kooperationspartner Stylepark.

In neun Light Labs realisieren Designer und Aussteller ihre ganz eigene Vision von Licht
Die Installationen von Featured Editions zeigen dieses Mal nicht so sehr Möbel, sondern Licht und Leuchten in einem anderen, nicht an einen Wohnzweck gebundenen Kontext. Wo sonst das Möbel im Spotlight steht, wird jetzt das Licht selbst zum Star auf der Bühne.

Zeitraum schafft in seinem Light Lab ein an Astwerk erinnerndes, geometrisches Gebilde, dass aus den abgewinkelten Deckenhalterungen der Leuchte Noon entsteht. Illustration: El Schmid, Zeitraum, Koelnmesse
Zeitraum schafft in seinem Light Lab ein an Astwerk erinnerndes, geometrisches Gebilde, dass aus den abgewinkelten Deckenhalterungen der Leuchte Noon entsteht.

Da werden Leuchten und Leuchtmöbel gestapelt, in einen Dschungel gesetzt oder zum leuchtenden Netzwerk verbunden. Bei Emu werden die Leuchten zu Fabelwesen der Tiefsee, die über Korallen-Stühlen schweben, bei Zeitraum leuchten die Lampen wie Schmuckstücke in einem grafisch kunstvollen Gezweig aus Halterungen, und Gie El bringt sogar Rost zum Schimmern. Vitra füllt sein Light Lab so vollständig mit Akari-Lampions aus, dass Licht und Raum, Kugel und Pyramide in einen Kampf um die Vorherrschaft verwickelt scheinen. Pedrali nahm das Thema humoristisch und lässt das das Böse gegen das Gute in Form einer Steckerkabel-Bande und einer Akkulampe gegeneinander antreten. Bei Alias werden Designklassiker zu sich in Spiegelflächen vielfach brechenden Bildern arrangiert, bei Cappellini wird das Zusammenspiel von Farbe, Licht und Glas untersucht und bei Dante werden Leuchten zu Leuchtfeuern.

Mit der Installation Kaleidoscopic schafft Andrea Sanguineti für Alias eine Installation, die eine Hommage an den Dadaismus darstellen soll. Illustration: Andrea Sanguineti, Alias, Koelnmesse
Mit der Installation Kaleidoscopic schafft Andrea Sanguineti für Alias eine Installation, die eine Hommage an den Dadaismus darstellen soll.

„Wir spielen das Thema Licht dieses Jahr auf der imm cologne sehr prominent und mit Fokus sowohl auf dem Dekorativen wie auch auf dem Technischen Licht, das vor allem für architektonische Lösungen interessant ist. Und daher wollten wir mit dem diesjährigen Featured Editions-Thema in erster Linie den Möbelmarken und Leuchtenherstellern eine Gelegenheit zur Zusammenarbeit geben“, erläutert der Creative Director der imm cologne Dick Spierenburg den Hintergrund zu dem Projekt. „Doch das Resultat ist viel mehr als ein Setting, in dem Möbel durch Licht in Szene gesetzt werden und interagieren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Featured Editions, zusammen mit der von Licht-Designerin Lucie Koldova gestalteten Interpretation von „Das Haus“, eine Inspiration sind für alle, die im Interior Design tätig sind, denn sie zeigen teils fast poetisch anmutende, ästhetisch sehr anspruchsvolle Beispielen für einen kreativen Umgang mit dem Licht.“

Die Installation Light Sculpture von Vitra ist eine Verneigung vor dem japanisch-amerikanischen Designer Isamu Noguchi (1904-1988). Seine Akari-Lampions aus Shoji-Papier gehören zu den stilprägenden Leuchten der 1950er Jahre. Illustration: Vitra Design Team, Vitra, Koelnmesse
Die Installation Light Sculpture von Vitra ist eine Verneigung vor dem japanisch-amerikanischen Designer Isamu Noguchi (1904-1988). Seine Akari-Lampions aus Shoji-Papier gehören zu den stilprägenden Leuchten der 1950er Jahre.

Das Thema Licht wird zur imm cologne 2018 unter zwei Hauptaspekten beleuchtet: zum einen das Dekorative Licht in vielfältigsten Formen und Leuchten-Designs; und daneben das Technische Licht mit komplexen und komfortabel steuerbaren Beleuchtungslösungen. Leuchten, die dezentes Licht verströmen, als Stilelement einen Raum komplettieren oder als Eye-Catcher Akzente setzen, sind im Bereich Pure Editions besonders häufig zu finden. Das neue Messeformat Pure Architects wird hingegen das Zuhause des Technischen Lichts: LED, integrierte Beleuchtungssysteme, Lichttechnik, Lichtplanung, Architekturbeleuchtung – in der neu konzipierten Halle 4.2. bekommt das Thema eine neue Dimension.

 

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