Deutscher Architektenkongress - Berlin

Das Wesen der Architektur im 21. Jahrhundert

Zum Auftakt des Deutschen Architektenkongresses am 16.11. in Berlin, beleuchtete Architekt und Designer Hadi Teherani das Wesen der Architektur im 21. Jahrhundert.

Hadi Teherani bei der Keynote zum Deutschen Architektenkongress in Berlin
Hadi Teherani bei der Keynote zum Deutschen Architektenkongress in Berlin

Wie haben sich die Dinge in unserem Architektenleben und der Bauwirtschaft verschoben? Laut Hadi Teherani wurden dem klassischen Architekturbereich im Lauf der Zeit immer mehr Bereiche weggenommen, indem zahlreiche Unterbereiche geschaffen wurden, die dem Architekten sein eigentliches Einsatzgebiet beschränken, z. B. Innenarchitektur, Produktdesign, Projektsteuerung, Consulting etc. Daher muss seiner Meinung nach der Ansatz sein: Architekten müssen auch in den anderen Bereichen stark sein und sich ein eigenes Feld schaffen. Gleichzeitig soll aber das ganzheitliche Denken der Architektur dadurch nicht behindert werden, das nach wie vor das Ziel der Architekten sein muss. In seinem eigenen Architekturbüro praktiziert er dies bereits seit langem, indem Fachkompetenz auch in anderen Bereichen erworben wurde. Auf diese Weise sei es möglich gewesen, Mehrwerte für das Architekturbüro zu generieren, so dass auch große und umfangreiche Aufträge angenommen werden können, die ganzheitlich begleitet werden.

Der Deutsche Architektenkongress in Berlin ist gut besucht
Der Deutsche Architektenkongress in Berlin ist gut besucht

Hadi Teherani stellt aber auch die Frage: Wie viel Raum für Gestaltung hat heute noch ein Architekt? Seiner Meinung nach werden die Vorgaben immer strenger, so dass kaum Raum bleibe, um gute Architektur zu denken. Vielmehr stehe meist die Effizienz und das Kostensparen im Mittelpunkt. Das mache es nicht leicht, an der Architektur festzuhalten. Hier kommt auch BIM ins Spiel: “Bei uns wird zwar mit BIM gearbeitet, aber sehr kontrovers diskutiert. Denn BIM birgt die Gefahr, dass die Kreativität verloren geht.” Oft müsse man sich damit schon früh auf bestimmte Dinge festlegen, von denen überhaupt noch nicht klar sei, was eigentlich damit passieren soll. “Wo bleibt also der Raum für Entscheidungen und Entwicklungen? Das sehe ich als große Gefahr.”

 

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