Deutscher Architektenkongress - Berlin

Bringt neue Planungstechnologie auch neue Baukultur?

“Die BIM Technologie stößt die Tür auf, um uns eine neue Welt zu eröffnen, die nicht nur das Gebäude, sondern alles Drumherum beinhaltet”, meint Architekt Robert Specht vom Architekturbüro Specht Kalleja + Partner Architekten. Der Architekt müsse sich wieder auf seine Rolle als Gesamtkoordinator besinnen und die Rolle zurückerobern, die ihm nach und nach genommen wurde.

Robert Specht, Architekt & Geschäftsführer Specht Kalleja + Partner Architekten auf dem Deutschen Architektenkongress in Berlin
Robert Specht, Architekt & Geschäftsführer Specht Kalleja + Partner Architekten auf dem Deutschen Architektenkongress in Berlin

“Heute müssen wir die Dinge so miteinander verweben, dass sie ineinander übergehen” betont der Dipl.-Ing. “Dafür müssen wir uns von unserem Stift trennen und lernen, mit den digitalen Technologien umzugehen. Dahinter steht auch die Frage: Was ist eigentlich BIM? Letztlich ist es nur eine neue Arbeitsmethode, die wir alle nach und nach erlernen müssen. Am Anfang ergeben sich dabei extrem viele neue Fragen.” Vor allem aber ist die Frage: Wie wirken sich diese neuen Werkzeuge auf unsere Baukultur aus?

Specht meint: “Gerade im Bereich BIM sind wir verleitet, nur auf die Technik zu achten und unsere Kreativität und Emotionalität zu vergessen. Der Aufwand an Kommunikation ist mit BIM um ein Vielfaches gewachsen und benötigt eine Führung, die bislang noch nicht definiert ist. Möglicherweise erfordert das auch eine Überarbeitung der Honorarordnung, da dies in dieser Form so gar nicht vorgesehen ist.”

Specht möchte vor allem die Alltagsarchitektur verbessern: “Heutzutage geht es bei der Alltagsarchitektur oft nur noch darum, die funktionalen Mindestbedürfnisse der Nutzer zu erfüllen. Im Vergleich zu früheren Generationen ist es armselig, was wir unseren Nachfolgegenerationen hinterlassen. Form follows Function ist veraltet und eigentlich das Todesurteil für gute Architektur. Es sei denn, man lernt, die Funktion eines Gebäudes um subjektive Eigenschaften zu erweitern. Die Kür wäre doch, wenn daraus Gebäude entstehen, die unsere Lebensweise nachhaltig beeinflussen.”

 

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