Leitfaden zur Architekturvisualisierung mit Virtual Reality

So kann Virtual Reality Konflikte bei Bauprojekten entschärfen

Der neue Praxisleitfaden “Bauprojekte visualisieren” will Planern, Architekten und Behörden Tipps für den Einsatz von Virtual Reality & Co geben. Entwickelt wurde der Leitfaden im Rahmen des Forschungsprojektes VisB+ in Kooperation von Fraunhofer IAO und Universität Hohenheim in Stuttgart.

Der Leitfaden stellt u. a. verschiedene Methoden der Architekturvisualisierung vor - darunter auch Virtual Reality

Baden-Württemberg Stiftung

Der Leitfaden stellt u. a. verschiedene Methoden der Architekturvisualisierung vor – darunter auch Virtual Reality

Ein neues Krankenhaus soll gebaut, eine Brücke saniert oder ein Windrad geplant werden – Ingenieure, Planer und Behörden wissen: Jetzt ist Streit vorprogrammiert. Denn um solche und andere Vorhaben ranken sich in der Öffentlichkeit viele Fragen: Liegt mein Haus demnächst im Schatten? Stehe ich nur noch im Stau? Verschandelt die Anlage die Landschaft? Oft scheitert die Kommunikation daran, dass Verantwortliche sich schwertun, verständliche Antworten zu formulieren und die Planung nachvollziehbar zu erläutern.

Mit Virtual Reality in geplante Bauprojekte eintauchen
Hier bietet die Digitalisierung große Chancen. Neue Technologien für die Architekturvisualisierung machen Projekte lebendig, bevor sie gebaut werden. In Virtual Reality-Simulationen können Bürger Gebäude erkunden, Nutzungsszenarien nachspielen oder Sichtbeziehungen überprüfen – so, als wären sie tatsächlich vor Ort. Der Vergleich von Alternativen wird zum Kinderspiel: Ein Klick – und die Fassade ist getauscht, die Zufahrtsstraße versetzt oder der Vorplatz neu begrünt. Auch Planungskriterien und Raumwiderstände werden sichtbar und damit endlich verständlich. “Mit Virtual Reality ist Bürgerbeteiligung nicht nur sinnvoll, sondern sie regt die Teilnehmenden auch an”, sagt Prof. Dr. Frank Brettschneider, Leiter des Projekts “Visualisierung in Bürgerbeteiligungsverfahren” (kurz VisB+) auf Seiten der Universität Hohenheim. Für Peter Steinhagen, Head of Business Development at Ed. Züblin AG, steht fest: “Aus der Verknüpfung von Building Information Modeling mit neuen Visualisierungstechniken wie der Virtual Reality ergeben sich faszinierende neue Möglichkeiten für die Stakeholder-Kommunikation. Es ist der Verdienst des Leitfadens ‘Bauprojekte visualisieren’, ein Bewusstsein für diese Potenziale zu schaffen.”

Leitfaden zur Architekturvisualisierung
Im Leitfaden sind die Erkenntnisse des Forschungsprojekts VisB+ zusammengefasst. Vorhabenträger, Behörden, Planer, aber auch zivilgesellschaftliche Akteure bekommen praktische Empfehlungen an die Hand, wie sie mit geeigneten Architekturvisualisierungen die Bürgerbeteiligung und -kommunikation verbessern können. “Die Frage, wie man Bauvorhaben visualisiert, ist für Architekten und Planer wichtiger denn je. Die Öffentlichkeit hat heutzutage ein großes Informationsbedürfnis. Der Leitfaden ‘Bauprojekte visualisieren’ zeigt empirisch fundiert auf, wie man diesen Ansprüchen mit den Mitteln der modernen Technik gerecht werden kann”, sagt Stephan Weber, Vizepräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg. Dabei stehen aber nicht nur High-End-Visualisierungen im Fokus, sondern auch traditionelle Methoden der Architekturvisualisierung wie Architekturmodelle oder Renderings: “Die eine universell geeignete Visualisierung gibt es nicht. Daher beschreiben wir verschiedene Einsatzszenarien, je nach Projekt und Planungsphase”, so Günter Wenzel, Projektleiter für VisB+ auf Seiten des Fraunhofer IAO.

Der Leitfaden steht bei der Baden-Württemberg Stiftung, die das Projekt VisB+ durch das Forschungsprogramm “Nachhaltiges Bauen” finanziert, kostenlos zum Download bereit. Dort kann er auch als Druckfassung bestellt werden.

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