Die ideale Beleuchtung für Fitnessstudios

Die richtige Beleuchtung und Lichttechnik ist in Innenräumen ein elementarer Teil der Studio- und Praxisgestaltung: Sie fördert das Wohlbefinden und hilft, Verletzungen zu vermeiden. Die Brancheninitiative licht.de gibt Tipps für optimales Licht in Fitnessstudios.

Beleuchtung im Fitnessstudio licht.de
Eine angenehme und blendfreie Beleuchtung schützt vor Unfällen beim Sport. Auf der Trainingsfläche sollte die horizontale Beleuchtungsstärke mindestens 300 Lux betragen.

Sport und Fitness sind Teil der aktiven Gesundheitsvorsorge und für viele Deutsche der Ausgleich zu ihren beruflichen Tätigkeiten. Ende 2014 waren es laut einer vom Beratungsunternehmen Deloitte veröffentlichten Studie mehr als neun Millionen Mitglieder in 8.026 Fitnessstudios, im Jahr 2016 waren es nach Angaben des Statistikportals Statista bereits 10,1 Mio. Mitglieder in gut 8.700 Fitnessclubs. Kurz: Fitness und Gesundheit sind nach wie vor ein Megatrend, der noch immer einen Wachstumsmarkt darstellt.

Gleichzeitig muss sich die wachsende Zahl der Anbieter und Therapeuten im Wettbewerb abheben. Dazu zählt nicht nur die Qualität des Angebots, sondern auch ein einladendes Ambiente. Ein Pluspunkt dabei ist die richtige Beleuchtung, denn sie sorgt dafür, dass sich Gäste und Patienten wohlfühlen.

Tipp: Blendung vermeiden

Ob im Einzeltraining an Geräten oder in Gruppenkursen, Tanz oder Yoga – empfehlenswert ist eine höhere Beleuchtungsstärke mit 300 Lux. Die Mindestanforderung liegt bei 100 Lux. Auf Trainingsflächen mit Geräten ist es wichtig, dass Displays nicht durch Reflexblendung stören und die Angaben gut lesbar sind.

Work-outs in liegenden Positionen können in einem eignen Bereich gruppiert werden, da hier eine Blendung durch Deckenleuchten die Trainierenden beeinträchtigen würde. Asymmetrisch abstrahlende Leuchten oder Wandfluter sind besser geeignet. Auch beim Cybertraining sorgen sie für reflex- und blendfreies Licht.

Für Kurs- und Übungsräume sind Lampen und Lichtquellen mit warmweißer Lichtfarbe die richtige Wahl. Eine dimmbare Beleuchtung kann für Entspannungs- und Meditationsphasen eingesetzt werden, beispielsweise beim Yoga.

Helles Licht vermittelt Sauberkeit

In Umkleideräumen steigert eine höhere Beleuchtungsstärke von ebenfalls 300 Lux das subjektive Sicherheitsgefühl und suggeriert Hygiene. Eine höhere Farbtemperatur von mehr als 2.700 Kelvin (K) unterstützt ebenfalls den Eindruck von Sauberkeit.

In Sammelumkleiden ist ein gleichmäßiges Beleuchtungsniveau wichtig. In Umkleiden mit Einzelkabinen kommt zur Allgemeinbeleuchtung noch eine Leuchte über jeder Kabine sowie eine Extrabeleuchtung am Anfang und Ende jedes Kabinenganges hinzu. Mit Bewegungsmeldern kann in Randzeiten Strom gespart werden.

Bäder sind Feuchträume und müssen daher mit Leuchten höherer Schutzart ausgestattet sein, die gegen Spritzwasser (Schutzart IP X4) geschützt sind. Leuchten in der Dusche müssen Schutzart IP X7 aufweisen.

Mehr körperliche Leistungsfähigkeit bei hellem Licht

Eine optimale Beleuchtung zur richtigen Zeit soll außerdem die Ausdauer fördern und sportliche Leistungen verbessern können, wie ein internationales Forscherteam in einem Experiment herausgefunden hat: Laut einem Bericht in Welt online sind Menschen, die nachmittags und abends bei hellem Licht trainieren, ausdauernder und leistungsfähiger – zumindest dann, wenn sie zu den Frühaufstehern zählen. An der Studie nahmen 43 junge, männliche Probanden teil, die zwei jeweils 40-minütige Tests auf einem Fahrradergometer absolvierten. Ihre körperliche Leistung wurde über Puls, den Laktatwert im Muskel und den Sauerstoffverbrauch ermittelt.

Dabei wurden die Probanden während des Tests und 160 Minuten davor entweder hellem Licht von 4.420 Lux oder weniger hellem Licht von 230 Lux ausgesetzt. Obwohl alle Tests nachmittags stattfanden, wählten die Forscher die Zeiträume jeweils so, dass die Mitte der nächtlichen Schlafperiode bei den Frühaufstehern 14,5 Stunden zurücklag, bei den Langschläfern rund 11,5 Stunden. Als Ergebnis konnten die Forscher beobachten, dass sich die körperliche Leistung bei sämtlichen Teilnehmern bei hellem Licht gegenüber der Leistung bei dunkleren Lichtverhältnissen verbesserten. Allerdings sei der Unterschied bei den Frühaufstehern deutlich signifikanter gewesen als bei den Spätaufstehern. Die Forscher schließen daraus, dass es auf die richtige Lichtgabe in der richtigen Phase des inneren Rhythmus ankommt. Das bedeutet, es gibt einen Zusammenhang zwischen innerer Uhr, Beleuchtung und Leistungsfähigkeit, so dass Human Centric Lighting zukünftig auch im Fitnessstudio eine wichtige Rolle spielen könnte und somit neue Möglichkeiten beim Sport eröffnet. Und damit kommt auch der LED-Lichttechnik eine wichtige Rolle zu.

Trends und Lichttechnik

Sparsame und effiziente Lichtquellen wie LEDs eignen sich besonders gut für Fitnessbereiche, die zum Teil sogar rund um die Uhr beleuchtet werden. Leuchtdioden haben eine lange Lebensdauer und müssen nur ganz selten gewechselt werden und sind sehr robust. Zudem bietet die kleine Bauform viele gestalterische Möglichkeiten.

In der Fortgeschrittenenklasse sind LEDs und Lichtsteuerung ein perfektes Team: Wechselnde Lichtstimmungen und -farben bringen Dynamik in die Beleuchtung. In der Oberklasse spielt die biologisch wirksame Beleuchtung, die nach dem Vorbild der Natur Lichtfarbe, Beleuchtungsstärke und Lichtrichtung im Tagesverlauf verändert.

Die Norm DIN EN 12193 (2008-04) enthält Festlegungen für die Beleuchtung von Sportstätten mit dem Ziel, gute Sehbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Mehr Informationen bietet die Brancheninitiative licht.de auf ihrer Webseite www.licht.de und in den Heften der Reihe licht.wissen 07 „Gesundheitsfaktor Licht“ und 08 „Sport und Freizeit“.

Eine Case Study darüber, wie Licht in der Praxis im Fitnessstudio eingesetzt wird, finden Sie hier in unserem Schwestermagazin PROFESSIONAL SYSTEM.

 

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