Potsdamer Perle mit moderner LED-Lichttechnik

Licht- und Medientechnik im Museum Barberini

Das im Januar 2017 eröffnete Museum Barberini bereichert Potsdam um eine weitere Attraktion. Für Hasso Plattners Privatmuseum war höchste Qualität gefordert, was auch an Aspekten wie der vollständig auf zeitgemäßer LED-Technik basierenden Beleuchtung sowie einer hochwertigen Medientechnikausstattung zu erkennen ist.

Im Januar 2017 wurde das Museum Barberini in Potsdam eröffnet. Jörg Küster
Im Januar 2017 wurde das Museum Barberini in Potsdam eröffnet.

Inhalt: 
Architektur und unsichtbare Technik
Homogene Ausleuchtung der Kunstwerke mit LED-Lichtdecken
Auditorium: Videowall als Präsentationstool
Medientechnik & Beschallung im Auditorium
Auditorium: Lichttechnik

Präzise Ausleuchtung mit ETC FPZ Irideon
Licht- und Medientechnik – beteiligte Unternehmen (Auszug)

In ein barockes Gewand kleidet sich Potsdams jüngstes Kunstmuseum: Im wiederaufgebauten Palais Barberini, das Friedrich der Große vor 250 Jahren nach dem Vorbild eines römischen Palazzos errichten ließ, werden der Öffentlichkeit Kunstwerke aus der Sammlung von SAP-Mitbegründer Hasso Plattner zugänglich gemacht und Wechselausstellungen gezeigt. Die historisierende Außenfassade täuscht, denn das Innere des vollständig privat finanzierten Museums Barberini befindet sich in jeder Hinsicht auf dem neuesten Stand und wird allen Anforderungen an zeitgemäße Ausstellungsflächen gerecht.

Auf 2.200 m² erstrecken sich 17 großzügig dimensionierte Ausstellungsräume, die verteilt über drei Etagen gute Voraussetzungen für die ästhetisch überzeugende Präsentation von Bildern und Skulpturen bieten. Mit 5 m bis 6,5 m hohen Decken, feinem Naturstein, Bänken aus Walnussholz sowie edlem Fischgräten-Eichenparkett kombiniert mit Schiffsboden und Wengestreifen hat das Münchner Architektenbüro Hilmer & Sattler und Albrecht hier ein gelungenes Ambiente für Plattners Museum geschaffen. Auch von den an der Realisierung beteiligten Gewerken wurde in ihren jeweiligen Spezialdisziplinen hohe Qualität gefordert und geliefert.

Foyer des Museums Barberini Jörg Küster
Foyer des Museums Barberini

Architektur und unsichtbare Technik

Das Museum Barberini entspricht in seinem äußeren Erscheinungsbild detailgetreu dem von Friedrich dem Großen errichteten Palast. Die von Hand sowie mithilfe von CNC-Robotern bearbeiteten Sandsteinelemente, welche die Schaufassade des Neubaus formen, sind massiv. Als Unterkonstruktion dient ein Stahlbetonskelett. Der Mittelrisalit der 48 m breiten Hauptfassade führt nach historischem Vorbild als offene Passage in ein sakral anmutendes, mit einem Terrazzoboden ausgestattetes Säulenfoyer. Obwohl es sich bei der Rekonstruktion um die Kopie einer Kopie handelt, wurden sämtliche Maßnahmen bis hin zu Details wie den Fensterprofilen mit der Denkmalpflege abgestimmt – eine eher ungewöhnliche Konstellation.

Das neue Museum wird in Potsdam als Leitbau verstanden, der die Kubatur für die benachbarten Bauten vorgibt. Ein radikal moderner Gebäudeentwurf war in der brandenburgischen Landeshauptstadt gemäß des „Integrierten Leitbautenkonzepts Potsdamer Mitte“ nicht erwünscht. Bezüglich des barrierefreien Innenausbaus entschied man sich für eine Gestaltung mit drei durchgehenden Geschossen, was sowohl für den zum Markt weisenden Kopfbau als auch für die vormals fünfstöckigen, zur Havel gewandten Seitenflügel gilt. Die Innenwände sind der Beton-Unterkonstruktion vorgesetzt und werden aktiv hinterlüftet, um für an den Wänden hängende Bilder konstante Umgebungsbedingen von 22 Grad Celsius bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit zu erreichen – während des gesamten Jahres und unabhängig von der Zahl der gerade im Museum verweilenden Besucher. Die Klimatisierung ist für 350 gleichzeitig im Gebäude anwesende Personen ausgelegt.

Erwartungsgemäß soll Technik im Museumsneubau nicht sichtbar sein – ein Wunsch der Architekten, der im Haus derart umfangreich berücksichtigt wurde, dass in den öffentlich zugänglichen Bereichen noch nicht einmal Steckdosen oder Revisionsklappen zu entdecken sind. Kleine Messfühler für Temperatur und Feuchtigkeit fallen lediglich bei sehr genauem Hinschauen auf. Das neue Museum Barberini passt sich visuell perfekt in die durch Nikolaikirche und Stadtschloss vorgegebene Kulisse am Potsdamer Alten Markt ein. Wer die Geschichte des Gebäudes nicht kennt, denkt mit einiger Sicherheit, dass es sich um einen perfekt erhaltenen historischen Prachtbau samt Prunkvasen auf der Dachbalustrade handelt – beinahe vermisst man ein wenig eine „Ceci n´est pas un Palais“-Aufschrift in Anlehnung an das vis-à-vis rekonstruierte Stadtschloss.

Ausstellungsansicht Auguste Rodin, Museum Barberini. Jörg Küster
Ausstellungsansicht Auguste Rodin, Museum Barberini. Rund um die Lichtdecke sind
an einer Stromschiene u. a. ETC FPZ Irideon-Modelle angebracht, welche die Exponate
ebenso akzentuiert wie präzise ausleuchten.

Homogene Ausleuchtung der Kunstwerke mit LED-Lichtdecken

Die im Museum Barberini ausgestellte Kunst stammt aus der Sammlung von Hasso Plattner sowie von diversen internationalen Leihgebern – die Werke sollen in Potsdam im wörtlichen wie im übertragenen Sinn „in bestem Licht“ erscheinen. Bezüglich der künstlich illuminierten Lichtdecken war eine homogene, dem natürlichen Tageslicht nachempfundene Ausleuchtung gefragt und selbstverständlich sollten die Farben der ausgestellten Kunstwerke möglichst naturgetreu zur Geltung kommen. Das Beleuchtungskonzept entwickelte die Licht Kunst Licht AG, deren Ziel „eine zurückhaltend klare und moderne Lichtführung“ war. In den zentralen Räumen des Kopfbaus sowie im gesamten zweiten Obergeschoss fiel die Wahl auf LED Shuttle Lichtdecken des Dortmunder Unternehmens Lichtobjekte estol, bei denen Leuchtdioden durch ein faltenfrei in Kederschienen eingespanntes Textil strahlen – Fotografen würden angesichts der ebenmäßigen weichen Ausleuchtung von gigantischen Softboxen sprechen.

Die CRI-Werte der aus der Produktion von Nichia stammenden LEDs liegen oberhalb von 94 und bei den in Potsdam zum Einsatz kommenden Tunable White-Varianten ist die Farbtemperatur dank alternierender Kalt/Warm-LEDs zwischen ca. 2.650 und ca. 5.850 Kelvin frei einstellbar. Die exakte Gradzahl wird gemäß Vorgabe des Kurators passend zur Ausstellung beziehungsweise der jeweils aktuellen Wandfarbe gewählt und beeinflusst auf subtile Weise die Stimmung in einem Ausstellungsraum. Das von estol entwickelte Steuerungssystem sorgt für eine flickerfreie Ausleuchtung, so dass bei Videoaufnahmen mit Auflösungen bis 4K keine Störungen auftreten. Die estol Lichtdecken sind mit einem Gewicht von etwa 9 kg/m² überraschend leicht und benötigen eine Einbautiefe von lediglich 120 mm. Oberhalb der Ausstellungsflächen wurden im Museum Barberini 446 Lichtdeckensegmente mit einer Fläche von rund 670 m² installiert – die größte im Haus verbaute Lichtdecke weist eine Ausdehnung von ca. 120 m² auf. Die Dortmunder Firma verspricht Standzeiten von mehr als 120.000 Stunden. Alterungsbedingte Verluste an Lichtintensität oder -qualität sollen durch regelbare Einstellungen kompensiert werden können.

Ausstellungsansicht „Zeitgenössische Positionen in den USA und Mexiko“ im Museum Barberini. Jörg Küster
Ausstellungsansicht „Zeitgenössische Positionen in den USA und Mexiko“. In den Vouten sind LED Contour Linearstrahler von estol angebracht, die für ein streiflichtfreies Einfluten sorgen.

Die Gewölbedecken in einzelnen Ausstellungsräumen werden mithilfe von Linearstrahlern indirekt ausgeleuchtet. Eine High-Power-Variante der LED Contour Linearstrahler von estol wurde für den Einsatz in Potsdam bezüglich ihrer Leistung an die gegebenen Raumdimensionen angepasst und sorgt für ein streiflichtfreies Einfluten der Deckenstrukturen – die Linsentechnik der in den Vouten verborgenen Strahlerleisten wurde passend zur Aufgabe gewählt. Insgesamt kommen in den Linienstrahlern des Museums mehr als 25.000 High-Power-LEDs mit einem CRI/Ra von mehr als 96 zum Einsatz. Die Weißlicht-Farbtemperatur ist im gleichen Rahmen wie bei den Lichtdecken regelbar und sowohl Stromparameter als auch Wirkungsgrad können jederzeit über digitale Vorschaltgeräte justiert werden. Eine Einzeladressierung ist ebenfalls möglich.

Auditorium: Videowall als Präsentationstool

Ein besonderer Raum des Museums Barberini ist das multifunktional nutzbare Auditorium im zweiten Obergeschoss: Symposien, Präsentationen und Pressekonferenzen finden auf der rechteckigen, rund 20 m breiten und 11 m tiefen Fläche ebenso statt wie Vorträge, Lesungen und Kammerkonzerte. Die Akustik ist überraschend gut, da viele Wandflächen speziell präpariert und sogar die Lichtdecken – respektive die darin befindlichen perforierten LED-Panels – mit schalldämmendem Material hinterlegt sind. Bis zu 199 Personen können bei Events im Auditorium Platz finden. Mit der medientechnischen Ausstattung des Auditoriums war als Systemintegrator die Amptown System Company Berlin (ASC) unter Federführung von Christian Schroeder befasst. Als Fachplaner für die Konzeption des AV-Designs sowie die Akustik wurde Mauricio Salas Zurita tätig.

Auditorium mit Smart Wall, Museum Barberini Jörg Küster
Auditorium mit Smart Wall, Museum Barberini

Blickfang im Auditorium ist eine Videowall, die als „Smart Wall“ bezeichnet wird und Bilder in Ultra-HD-Auflösung darstellen kann. Für einen gestochen scharfen Bildeindruck selbst bei geringen Betrachtungsabständen sorgt ein Pixelpitch von 1,2 mm. Zu sehen sind u. a. hochaufgelöste Repros von Kunstwerken, zu denen weiterführende Erläuterungen eingespielt werden. Die Besucher oder ein Moderator können über eine mit einem Apple iPad bestückte Multimedia-Stele Einfluss auf den dargestellten Content nehmen und Inhalte von einem Medienserver abrufen – im Hintergrund arbeitet eine eigens programmierte App.

Die im Raum durchaus dominant wirkende LED-Wand basiert auf der TWA-Serie von Leyard und misst 5,5 × 3,3 m Gesamtgröße inklusive Rahmen. Die Auflösung beläuft sich auf 3.840 × 2.160 Pixel; die nahtlose Bilddarstellung wirkt knackig und weist hohe Kontraste mit sehr guten Schwarzwerten auf. Betrieben wird die LED-Wand mit etwa 70 Prozent ihrer maximal möglichen Helligkeit, was selbst bei großflächig einfallendem Tageslicht für eine sehr gut erkennbare Darstellung sorgt. Die Videowall wurde nach ihrer Installation in einem komplexen Prozess penibel von ASC eingemessen: Einzelne Module mussten aufgrund von Farbartefakten ausgetauscht werden bis eine wirklich perfekte Darstellung erreicht war. Mithilfe einer speziellen Rahmenkonstruktion, die das Gewicht von rund 1,5 t tragen kann, ist die Videowall an den im Raum vorhandenen Säulen angebracht. In die Säulen sind Klimageräte integriert, die mehrere Kilowatt an thermischer Leistung geräuschlos ableiten.

Medientechnik & Beschallung im Auditorium

Im Auditorium hat ASC für Veranstaltungen einen Christie coolux Pandoras Box Medienserver als Zuspieler eingesetzt. Das System übermittelt auch Content an dezentral installierte Coolux Player, die ihrerseits Digital-Signage-Displays mit Informationen versorgen – darunter zum Beispiel Anzeigen oberhalb der Kasse, aber auch hochkant in Stelen integrierte Displays im Außenbereich nahe des Museumseingangs. Die Player dienen der zeitgesteuerten Wiedergabe am lokalen Screen und erhalten Updates über das Netz. Direkt an eine Glasfaser-Videostrecke angeschlossen ist ein Display mit einer Diagonale von 98″ im Erdgeschoss eines der beiden symmetrisch angeordneten Treppenhäuser – hier lassen sich u. a. bei Veranstaltungen Live-Bilder aus dem Auditorium zeigen.

Smart Wall mit Abbildung Arthur G. Dove: Rote Sonne, 1935, The Phillips Collection, Washington, D. C. / Museum Barberini Jörg Küster
Smart Wall mit Abbildung Arthur G. Dove: Rote Sonne, 1935, The Phillips Collection, Washington, D. C. Besucher oder ein Moderator können über eine mit einem Apple iPad bestückte Multimedia-Stele Einfluss auf den auf der Videowall dargestellten Content nehmen.

Für die Beschallung des Auditoriums hat ASC DSP-gesteuerte Schallzeilen aus dem Portfolio des deutschen Herstellers Kling & Freitag in die Videowall integriert: Die schlanken Linienstrahler des Typs Vida L sind hinter akustisch transparenten Verkleidungen links und rechts der LED-Wand verborgen und treten visuell nicht in Erscheinung. Unterstützung im Bassbereich erfahren die Linienstrahler durch zwei Subwoofer mit doppelter 10″- Bestückung, die von GAE German Audio Engineering als Sonderanfertigungen produziert wurden. Im digitalen Audioprozessor sind optimierte Presets für die Wiedergabe von Sprache und Musik hinterlegt. Die Voreinstellungen lassen sich über zwei Crestron Touchpanels abrufen. Die drahtlose Mikrofonie entstammt der 5000er-Serie von Sennheiser, dessen Portfolio ebenfalls die Kondensatormikrofonköpfe am Rednerpult entstammen. Tonsignale können über ein mobil einsetzbares Digitalpult gemischt werden. Audiovisuelle Mitschnitte sind im Auditorium möglich, da zwei Kameras Live-Bilder einfangen können: An der Decke ist ein Doppelsystem mit fester Weitwinkeloptik und frei steuerbarer PTZ-Ausstattung angebracht. Eine Videokonferenzausstattung ist ebenfalls vorhanden und ermöglicht u. a. Live-Schaltungen in andere Museen.

Hochkant in eine Stele integriertes Display im Außenbereich nahe des Museumseingangs. Jörg Küster
Hochkant in eine Stele integriertes Display im Außenbereich nahe des Museumseingangs.

Auditorium: Lichttechnik

Bezüglich der Lichttechnik ist im Auditorium ein Schwerpunkt auf Produkten von ETC auszumachen: ASC hat mit Gedanken an die Dimension des Raums sowie dem Wunsch nach einer fernsehtauglichen Ausleuchtung acht ETC Source Four LED Studio HD Profilscheinwerfer installiert. Vier ColorSource PAR LED Scheinwerfer sind für die szenische Beleuchtung im Museums- und Eventbetrieb vorgesehen. Die ETC Source Four LED Studio HD Scheinwerfer lassen sich dank eines an der Decke angebrachten Eutrac Stromschienensystems flexibel positionieren und via DMX steuern. Darüber hinaus wird im Museum Barberini DALI als Protokoll eingesetzt, um 400 Strahler von Erco in den Ausstellungsbereichen ansprechen zu können.

Grundsätzlich basiert die Lichtsteuerung allerdings auf dem KNX-Bus, der auch für Aspekte wie die Kontrolle der Außen- und Innenverschattung sowie der Verdunkelung im Auditorium zuständig ist. Die anderen Systeme werden über geeignete Gateways adressiert. Im Veranstaltungsbetrieb übernimmt im Auditorium ein kompaktes ColorSource 20 Mischpult von ETC die Lichtsteuerung. Per RDM (Remote Device Management) erkennt die Konsole angebundene Scheinwerfer und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf deren Parameter. Ein Touchdisplay sowie Drag-and-drop-Funktionen vereinfachen die Programmierung. Im Ausstellungsbetrieb werden die ETC Scheinwerfer über eine Crestron AV3 via DMX-Gateway angesteuert. DALI, KNX und ArtNet lassen sich ebenfalls über die Mediensteuerung ansprechen. Die mit dem ColorSource 20 eingestellten Helligkeits- und Farbtemperaturwerte lassen sich per Tastendruck im zentralen Steuerungssystem speichern, so dass einmal programmierte Lichtstimmungen zu einem späteren Zeitpunkt per Touchpanel abgerufen werden können.

ETC ColorSource PAR LED Scheinwerfer werden für die szenische Beleuchtung im Auditorium eingesetzt. Jörg Küster
ETC ColorSource PAR LED Scheinwerfer werden für die szenische Beleuchtung im Auditorium eingesetzt.

Christian Schroeder, verantwortlicher Projektleiter und Key Account Manager von ASC, kommentiert: „Im Museum Barberini wurden an alle Gewerke höchste Ansprüche gestellt, was sich auch in der medientechnischen Ausstattung widerspiegelt. Wir haben im Auditorium einen hochwertigen Mix verschiedener ETC Scheinwerfer eingesetzt. Die positiven Eigenschaften, welche diese Scheinwerfer als Klassiker der Veranstaltungstechnik in unseren anspruchsvollen Projekten im Theater, auf Kreuzfahrtschiffen und in Corporate-Umfeldern auszeichnen, waren für die Museumsbetreiber ein wichtiges Kriterium, um ETC auch für die szenische Beleuchtung im Auditorium einzusetzen.“

Präzise Ausleuchtung mit ETC FPZ Irideon

In den Ausstellungsräumen des Museums Barberini finden weitere Produkte von ETC Verwendung: Teil des Lichtkonzepts sind 68 weiß lackierte ETC FPZ Irideon-Modelle, die in Stromschienen mit integriertem Datenbus eingesetzt sind, welche die Lichtdecken umgeben. Dank der Schienen lassen sich die ästhetisch gestalteten Zoom-Scheinwerfer passend zu wechselnden Exponaten positionieren. Sie leuchten im Museum Barberini Skulpturen und Bilder mithilfe der Blendenschieber-Einheit sowie einer stufenlosen Zoom-Optik ebenso akzentuiert wie präzise aus. Als Beleuchtungskonzept der Ausstellungsräume mag man sich zum besseren Verständnis drei Lichtebenen vorstellen: Eine Ebene sorgt für eine Grundausleuchtung und ist beispielsweise in Form von Linienstrahlern in Vouten untergebracht. Eine zweite Ebene leuchtet die Wände flächig aus und in einer dritten Ebene werden schließlich mit den Irideon-Strahlern subtil Akzente gesetzt. Bei geschickter Einstellung wirkt es so, als ob Bilder „aus sich heraus strahlen“, ohne dass sich Besucher unmittelbar erklären können, worauf diese subjektive Wahrnehmung konkret beruht.

Brandenburger Besuchermagnet

Das Museum Barberini bereichert Potsdam um ein weiteres kulturelles Highlight. Bereits im Verlauf der ersten Ausstellung übertraf die Zahl der Besucher sämtliche Erwartungen. Sieben Monate nach der Eröffnung wurden in Plattners Privatmuseum bereits mehr als 420.000 Gäste gezählt – manche Beobachter glauben sogar, dass der neue Palazzo am Alten Markt bezüglich des Besucherinteresses sowohl Schloss Sanssouci als auch dem Filmpark Babelsberg bald schon den Rang ablaufen könnte. Wie dem auch sei: Einen Besuch im Museum Barberini sollte man sich bei einem Aufenthalt in der brandenburgischen Landeshauptstadt auf keinen Fall entgehen lassen – eine perfekte Einstimmung liefert die ansprechend gestaltete „Barberini App“, welche kostenlos im Apple App Store und bei Google Play verfügbar ist.

Autor: Jörg Küster 

 

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Licht- und Medientechnik – beteiligte Unternehmen (Auszug)

Bauherr: Museum Barberini gGmbH
Projektleitung: Heike Welkisch (Museum Barberini gGmbH)
Architekt: Hilmer & Sattler und Albrecht Gesellschaft von Architekten mbH (Projektleitung Frigga Uhlisch)
Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Bonn / Berlin (LKL) in Kooperation mit Museum Barberini gGmbH, Josef Franz und der ausführenden Firma Lichtobjekte estol GmbH (Michael Lahme)
Fachplanung AV-Technik: Mauricio Salas Zurita, Expertise & Consultancy for the AV Industry
Systemintegration: Amptown System Company GmbH (Christian Schroeder)

Weitere Beispiele für den Einsatz von audiovisueller Technik in Museen und Ausstellungen:

 

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