Sonderausstellung im Deutschen Museum München

Interaktive Ausstellungsgestaltung zur globalen Energiewende

Eine interaktive Sonderausstellung im Deutschen Museum München thematisiert die globale Energiewende. Das Konzept der Ausstellungsgestalter des Architekturbüros Space4 ist spielerisch und lädt zu Handlungen ein und steht für ein neues Format zur Veranschaulichung von wissenschaftlichen Themen.  

Rechts und links des zentralen gelben Spielparcours befinden sich zehn Ausstellungsbereiche, die Hintergrundinformationen liefern.

Daniel Stauch, Stuttgart

Rechts und links des zentralen gelben Spielparcours befinden sich zehn Ausstellungsbereiche, die Hintergrundinformationen liefern.

Space4 ist ein deutschlandweit tätiges Architekturbüro mit Sitz in Stuttgart, das sich im Spannungsfeld zwischen Architektur, Museumskonzeption und Ausstellungsgestaltung, sowie der begleitenden visuellen Kommunikation bewegt. Mit einem Team aus Architekten, Innenarchitekten, Designern und Grafikern wurden hat es bereits mehr als 200 Projekte für öffentliche und private Auftraggeber realisiert. Im Deutschen Museum München wurde die Sonderausstellung „energie.wenden“, die noch bis zum 19. August 2018 zu sehen ist, rund um das heiße Thema der globalen Energiewende umgesetzt.

Mix aus Exponaten und Interaktion  
Auf 1000 m² werden Originale, Modelle, Demonstrationen und Medienstationen präsentiert, die Themen wie Smart Home, Emissionshandel, Speichermedien und Radioaktivität behandeln, wobei es dabei nicht nur um Strom geht, sondern auch um Wärme, Mobilität und Produktion. Dabei soll ein interaktives Rollenspiel im Zentrum des Museumsraums zu Handlungen motivieren. Von Schauspielern dargestellte Akteure der Energiewende sprechen die Besucher auf großen Displays an. Alle haben Ansprüche – wie „Baut die Stromnetze aus!“ oder „Mehr Elektroautos!“.

In diesem Geflecht von Forderungen und Argumenten muss der Besucher entscheiden, welche Art von Energiewende er haben will und taucht so in die Rolle eines Politikers. Gesellschaftliche und politische Verhandlungsprozesse werden durchgespielt und gegeneinander abgewägt. Auf dem Weg durch das Spiel wird der Besucher eingeladen, in atmosphärisch gestaltete Themenfelder abzubiegen, wo er sich vor seiner Entscheidung näher informieren kann. Rechts und links des zentralen gelben Spielparcours befinden sich zehn Ausstellungsbereiche zu den Themenfeldern Solar-, Wasser- und Windenergie, aber auch Mobilität oder Atomenergie.

Ausstellungsgestaltung mit ökologischem Fußabdruck 
Ein besonderer Fokus der Ausstellungsgestaltung lag auf dem ökologischen Fußabdruck der gewählten Materialien. Recycling Produkte kamen bevorzugt zum Einsatz. So ist z. B. der gelbe Teppich im Spielbereich aus alten Fischernetzen gewebt. Im Konstruktiven wurde Aluminium ausgespart und alternativ wegen der besseren Sortenreinheit in Stahl ausgeführt.

Ein Sandwich-Paneel mit transluzenter Wabenstruktur bot die Gelegenheit zu einem neuartigen Gestaltungseinsatz. Im Zusammenspiel mit Licht und Farbe entstehen optische Tiefen, während die Wabenstruktur den rückseitig hinterleuchteten Druck akzentuiert und die atomsphärischen Farbverläufe unterstreicht. Spielerisch in die Informationsgrafik eingebettete Exponate komplettieren das szenografische Bild. Damit die Ausstellung international auf Wanderschaft gehen kann, wurden die einzelnen Module mit einem Stecksystem geplant, so dass sie leicht demontierbar sind und gleichzeitig wenig Stauraum benötigen.

 

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