Orgatec 2018: Wie veraltete Büro- und Hotelbauten fit für die Zukunft werden

Mit der Arbeitswelt verändert sich auch die Architektur. Viele Büros und Hotels aus der jüngeren Vergangenheit sind heute nicht mehr zeitgemäß. Statt auf Abriss setzen immer mehr Entwickler auf das Potential solcher Altbauten und entscheiden sich für eine Revitalisierung. Doch was ist bei der Wiederbelebung solcher Gebäude zu beachten? Und welche Perspektiven bietet ein nachhaltiger Objektbau? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigen sich die architectureworld und der Deutsche Hoteltag, die vom 23. bis zum 27. Oktober 2018 erstmals im Rahmen der Orgatec stattfinden.

HPP Architekten/Foto: Hagen Stier
Baujahr 1966: revitalisiertes Finnlandhaus in Hamburg von HPP Architekten

Die Wiederbelebung veralteter Immobilien ist heute eine der wichtigsten Aufgaben von Architekten und Projektentwicklern. Vor allem in Großstädten gibt es einen hohen Anteil an Bauten aus der jüngeren Vergangenheit, die auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden müssen. Gebäude aus den 60er-, 70er- oder 80er-Jahren entsprechen mit ihrer Ausstattung und Technik nicht mehr aktuellen Anforderungen. Oftmals handelt es sich dabei um Gebäude in zentraler Lage, die nicht mehr marktgängig sind, aber ein großes Potenzial haben. Es geht um Altbauten wie das Finnlandhaus in Hamburg oder das Dreischeibenhaus in Düsseldorf. Beide Bürogebäude wurden in den 60er-Jahren von HPP Architekten gebaut, später unter Denkmalschutz gestellt und schließlich vom gleichen Architekturbüro modernisiert. „Sanierungen und Konversionen werden künftig eine noch wichtigere Rolle spielen“, sagt Joachim H. Faust, Geschäftsführer von HPP. „Schließlich besteht die tatsächliche Nachhaltigkeit solcher Projekte – neben der energieeffizienten Ertüchtigung – im Bewahren des Bestehenden, insbesondere bei denkmalgeschützten Objekten.“

Neue Anforderungen moderner Bürowelten

Ob man es nun New Work, Büro 4.0 oder auch Arbeit 4.0 nennt – die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an moderne Büros oder Businesshotels. Immer häufiger geht es daher bei der baulichen Wiederbelebung auch um Altbauten, die nicht unter Denkmalschutz stehen. „Die Revitalisierung eines innerstädtischen Gebäudes lohnt sich immer dann, wenn der bestehende Rohbau ausreichende Qualitäten im Hinblick auf Raumabmessungen, Tragfähigkeit, Brandschutz und Stellplätze bietet“, so Kai-Uwe Lompa, geschäftsführender Gesellschafter von aib. Das Duisburger Planungsbüro hat Erfahrungen mit Refurbishment-Projekten. Den Mehrwert einer Revitalisierung sieht Lompa aus ökologischer und ökonomischer Sicht: „Der aufwendigste Teil des Gebäudes – der Rohbau, vielleicht bei guter Qualität auch die Fassade – können erhalten werden und sparen damit Investitionen, was wiederum die Rendite verbessert.“

Umnutzung für offene Bürowelten und Hotels

Nicht selten handelt es sich beim Baubestand um Architektur, die Laien üblicherweise nicht positiv ins Auge springt. Die Qualität solcher Bauten wird oftmals erst nach einer Modernisierung deutlich – insbesondere wenn sich alt und neu mit kreativen Ideen verbinden. Dann werden vormals kleinteilige 60er-Jahre-Bauten zu Open Space Offices und graue Verwaltungsgebäude aus den 70ern verwandeln sich in bunte Hotelwelten. Denn während das Raumerlebnis in der Vergangenheit oftmals zu Gunsten der Flächenausnutzung vernachlässigt wurde, rückt es bei aktuellen Projekten wieder stärker in den Vordergrund. Ein entscheidender Aspekt bei Revitalisierungen ist außerdem deren nachhaltige Optimierung. 40 Prozent des gesamten Energieeinsatzes in Deutschland gehen nach Angaben des Bundesministeriums für Bauen und Wohnen in die Bewirtschaftung des Gebäudebestandes. Und gerade Gewerbeimmobilien haben ein großes Potenzial beim Einsparen von Energie und Ressourcen.

Umfangreiches Kongressprogramm im Rahmen der Orgatec

„Wer heute mit Immobilien Geld verdienen möchte, muss sich dem Bestand zuwenden und dort Optimierungen vornehmen“, sagt auch Andreas Schlote, Geschäftsführer von REC Partners. Der Immobilienexperte ist unter anderem auf das Thema Revitalisierung spezialisiert und sieht darin vielfältige Möglichkeiten. „Man muss die Chancen nur erkennen und neue Nutzungsideen entwickeln“, so Schlote. Welche Faktoren bei solchen Vorhaben die wichtigste Rolle spielen, wird er im Rahmen der Orgatec erläutern. Gemeinsam mit anderen renommierten Experten widmet er sich auf dem Kongress architectureworld und dem Deutschen Hoteltag zukunftsweisenden Themen der Architektur. Beide Veranstaltungen finden anlässlich der Orgatec vom 23. bis zum 27. Oktober in Köln statt. Mit einem vielfältigen Vortragsprogramm begleiten sie die internationale Leitmesse für moderne Arbeitswelten.

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