Audi City Cyberstore

Automarken-Präsentation in Showrooms

Mitten in den Bestlagen der großen Metropolen zeigen die Schauräume von Audi die gesamte Modellpalette der Automarke – zukunftsweisend gestaltet mit interaktiven Tools und riesigen Erlebniswänden.

Besprechungsraum im Berliner Audi City Standort

Seit 2012 verfolgt Audi das Vertriebskonzept „Audi City“ für seine Automobilmarke – digitale Showrooms in besten Innenstadtlagen der internationalen Metropolen. „Audi City“ Showroom finden sich in London, Peking und Berlin; der vierte Showroom in Moskau steht vor der Eröffnung.

Audi City steht für neue Möglichkeiten in der Produktpräsentation. Bei der Umsetzung dieser Idee bleibt das „klassische“ architektonische Konzept im Hintergrund – audiovisuelle Technik wird als raumbildendes Element genutzt. Durch die fast vollständige Auskleidung mit digitalen Projektionsflächen, die reduzierte Formensprache und Farbwahl tritt der Raum gegenüber seinem Inhalt zurück. Die Technik bleibt für den Besucher weitgehend unsichtbar, etwa das aufwändige Soundkonzept: Der Schall wir auf bestimmte Besucher fokussiert und schafft damit Erlebnis-Räume, ohne sie sichtbar voneinander abgrenzen zu müssen.

Konzept der Cyberstores

Dieses Format kombiniert Information und Erlebnis. Das Infotainment-Konzept wendet sich nicht nur an Kunden mit konkreten Kaufwunsch, sondern auch an Interessierte, die sich lediglich informieren oder „aus reiner Neugier durch die Audi-Welt surfen“ wollen. Stressgefühle wie Kaufzwang sollen vermieden werden – Spielerisches steht im Vordergrund, auch Individualisierung. Besucher können ihr individuelles Wunschauto selbst konfigurieren und sogar seine Fertigung in den Audi Werken beauftragen. Aber auch persönliche Beratung „…und ein Service auf Top-Niveau“ gehören zum Vertriebskonzept.

Wie schon der weithin bekannte Audi Slogan „Vorsprung durch Technik“, so soll auch Audi City als Vertriebskonzept das Zukunftsweisende der Marke zum Ausdruck bringen. In den „Cyberstores“ ist dieses Konzept mit großformatiger Visualisierung und Interaktionstechnologien realisiert. Allerding kommen die Cyberstores nicht „abgespaced“, sondern offen, und weiträumig daher – man ist sich der Wertigkeit und Exklusivität der Marke verpflichtet.

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AUDI AG

Zum anderen macht Audi durch dieses Konzept eine Tugend: In begehrten Innenstadtlagen großer Städte ist Platz besonders knapp und mit messen die kompakten Ladengeschäfte im Schnitt nur knapp ein Drittel der für den Kunden zugänglichen Räumlichkeiten in den meisten klassischen Autohäusern. Dennoch kann die gesamte Modellpalette in Lebensgröße und mit allen Details vorgestellt werden. Möglich wird dies durch die digitale Produktpräsentation. Bildtechnik wurde zum Beispiel in großformatige Videowände umgesetzt, die das Traumauto in virtuellen Umgebungen mit in den realen Raum einbeziehen. Die interaktiven Steuerungstools sind in elegante Tische oder als Stehpulte stimmiger Teil des Ambientes integriert.

Dank hoher Rechenleistung ist die inhaltliche Gestaltung der virtuellen Präsentationen in Audi City mit wenigen Mausklicks an die besonderen Bedingungen in den jeweiligen Märkten und die Interessensschwerpunkte der dortigen Besucher adaptierbar. Außerdem sind alle Audi City-Standorte sind untereinander und mit einem zentralen Server in Ingolstadt vernetzt um jede Audi City weltweit immer auf dem neuesten Stand zu halten. Die Funktionen und Effekte, die mit dieser Kombinationen aus audiovisuellen und IT-Technologien erzielt werden können, werden im Folgenden an den Beispielen von Audi City London und Berlin verdeutlicht.

Audi City London

Am 16. Juli 2012 wurde die weltweit erste Audi City mitten in London in einem Gebäude in prominenter Lage nahe des Piccadilly Circus mit klassisch-edel anmutender Außenfassade eröffnet. Innen findet man einen puristischen Schauraum, in dem auf einer nutzbaren Netto-Grundfläche von 726 m² die gesamte Audi-Modellpalette vollständig digital präsentiert wird. Auf zwei Etagen hat die AUDI AG mit dieser digitalen Produktpräsentation, die sich insbesondere durch großformatige Videowände und Interaktionstechnologien auszeichnet, ein attraktives Handelsformat realisiert, das auf die begrenzten innerstädtischen Raumkapazitäten internationaler Metropolen perfekt zugeschnitten ist.

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AUDI AG

In diese interaktive Welt können die Besucher zunächst an vier Tischen mit interaktiven Flächen eintauchen: Auf einem Multitouch-Display, integriert in filigrane Tische, können die Besucher in hochauflösender Bildqualität und Echtzeit per Fingergeste durch die komplette Audi-Modelpalette surfen und ihr Wunschfahrzeug intuitiv bis ins kleinste Detail konfigurieren. Eine weitere Handbewegung reicht, um die persönliche Konfiguration dann auf eine der vier ebenfalls interaktiven, raumhohen Videowände – so genannte Powerwalls – zu übertragen. An der Powerwall kann der Besucher sein Wunschmodell über einen Avatar per Gesten- und Schrittsteuerung im Maßstab 1:1 erleben. Dabei wird ein definiertes Steuerungsaktionsfeld von einer Kamera erfasst und die Schritt- bzw. Handbewegungen gemessen. Das Wunschauto kann so um 360 Grad gedreht, im Innern inspiziert werden und „per Knopfdruck“ durch virtuelle Szenerien fahren.

Zudem sind über diese Steuerung Detail-Animationen und Wissens-Trailer zu Automobiltechnik-Themen abrufbar. Zahlreiche unauffällig integrierte Deckenlautsprecher und Subwoofer sollen für eine anmutende Beschallung des Raumes und eine gerichtete Beschallung an den vier Powerwalls sorgen. Dezente Displaytechnik, die hochkant hinter Lochblech montiert wurde, liefert mit monochromen Bildzuspielungen Fahrzeugdaten zu den realen Ausstellungsobjekten der Audi City.

Beratung per RFID-Tagging

Für die persönliche Beratung gibt es in Audi City separate „Customer Private Lounge“, wohin sich die Audi-Kundenbeziehungsmanager mit den Besuchern zurückziehen können. Auch diese Räume sind ebenfalls mit Multitouch-Tischen und großen Fachbildschirmen ausgestattet. In jedem Beratungsraum ist ein interaktives Display in ein Tischmöbel eingelassen, das ergänzend mit RFID-Funktechnik ausgestattet ist. Legt man RFID-getaggte Lack-, Stoff- und Ledermuster auf den Multitouch-Tisch, werden diese in entsprechend digitalisierter Form am konfigurierten Wunschauto umgesetzt. Der bündig in die Wand integrierte Flachbildschirm visualisiert die Inhalte des Multitouch-Tisches zudem im Großformat. Ergänzend können alle während der Beratung generierten Inhalte bzw. Konfigurationen vom Kundenbeziehungsmanager auf einen USB-Stick gespeichert und dem Besucher übergeben werden.

Audi City Berlin

Ähnlich ist das Konzept in der Bundeshauptstadt. Die Audi City Berlin am Kurfürstendamm 195 umfasst einschließlich Funktions- und Büroflächen insgesamt 804 m² auf den ersten beiden Ebenen eines mehrstöckigen Gebäudes mit Einzelhandels- und Büronutzung. Auch hier bilden die raumhohen „Powerwalls“ dank ihrer hohen Bildauflösung (40 Millionen Pixel) den Übergang zwischen der realen und virtuellen Welt. Über insgesamt 19 Meter Breite und drei Meter Höhe reihen sich die vier Videoscreens im Erdgeschoss leicht versetzt wie ein Band aneinander. Auf der Eingangsebene im Erdgeschoss befinden sich vier Multitouch-Tables, die mit drei Powerwall-Modulen kommunizieren. Besucher können ihr Audi Traumauto an einem der Multitouch-Tische konfigurieren und dann auf den Powerwalls im Maßstab 1:1 sehen. Zusätzlich können sie per Gestensteuerung durch die Inhalte auf der Videowand direkt navigieren.

Für die eine komfortablere und damit schnellere der Wartung der vier Powerwalls hat der Fachintegrator ICT Medienmechanik-Abteilung mit einem speziell für diese Installation entwickelten Halterungs- und ein Schienensystem geschaffen: Damit können die Wandteile spaltenweise horizontal verfahren und die Screens im Revisionsfall so einfach zugänglich gemacht werden.

Audi City

AUDI AG

Im Obergeschoss der Audi City Berlin befinden sich darüber hinaus zwei sogenannte „Customer Private Lounges“ sowie eine Stereo-3D-Powerwall. Insgesamt bedecken die virtuellen Projektionsflächen der Audi City Berlin rund 87 m² Fläche. Innovative Lösungen sorgen für eine besonders hohe Energieeffizienz, so regeln etwa Lichtsensoren die Leuchtkraft der Monitore. Im Hintergrund arbeiten neun Hochleistungsrechner und sechs Server, die pro Audi-Modell etwa 20 bis 30 Gigabyte Daten übertragen. Vier physische Ausstellungsfahrzeuge ergänzen die virtuelle Marken- und Produktpräsentation in dem Schauraum.

Die bereits erwähnte Stereo-3D- Powerwall bildet das Highlight in Deutschlands erster Audi City. Die aus 18 Flachbildschirmen zusammensetzte Wand bietet auf rund sieben Meter Breite und zwei Meter Höhe nicht nur dank einer Gesamtauflösung von 37 Millionen Pixeln „lebensechte“ Abbildungen: Stereo-3D-Brillen vermitteln den Besuchern faszinierende out-of-screen-Eindrücke der aktuellsten Technologie- und Modellneuheiten von Audi in der räumlichen Wirkung des stereoskopischen Sehens.

Flexible Möglichkeiten

Für Events lassen sich die einzelnen Powerwalls einer Audi City zu einer großen Leinwand zusammenschalten. Das ermöglicht raumfüllende Übertragungen etwa der Motorsportaktivitäten von Audi oder kultureller Veranstaltungen, die das Unternehmen als Partner unterstützt. Dank der vernetzten Technik von Audi City können die Besucher der internationalen Showrooms in Zukunft global über die Videowände miteinander und mit Audi-Experten in Dialog treten.

Audi City

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Gegenüber seinem Umfeld fügt sich die Audi City als Baukörper in die ihn umgebende Architektur ein und wird durch die meist vollständige Verglasung der Fassade dennoch Teil des Straßenbildes. Sie steht für die Offenheit von Audi City und verbindet den Marken- mit dem öffentlichen Straßenraum.

 


 

Facts & Figures

Bestehende Standorte: London, Peking (Bejing), Berlin

Durchschnittliche Ausstellungsfläche: ca. 450 m²

Nächster Standort: Moskau

Architektur:  AUDI AG

Ausführungsplanung London: Raumwerk Architekten, Frankfurt

Medientechnischer Dienstleister: ICT Innovative Communication Technologies AG (Kohlberg)

 


 

 

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