Konferenzen ohne Kabelsalat

ClickShare im east Hotel in Hamburg

Das east Hotel in Hamburg hat im vergangenen Jahrzehnt diverse Auszeichnungen für Design und Konzept in die Elbmetropole geholt. Doch auch im Bereich der Medien- und Konferenztechnik ging man schon früh innovative Wege, wie die Einführung des ClickShare-Systems im Jahr 2014 zeigt.

Foyer des East Hotels in Hamburg

East Hotel

Das Foyer des East Hotel in Hamburg. © East Hotel

Schon im Eingangsbereich wird deutlich: Das east Hotel in Hamburg ist anders. Das innovative Design stammt von dem Architekten Jordan Mozer, der fernöstlichen Charme mit westlicher Industriearchitektur verknüpfte. Seit der Eröffnung im Jahr 2004 ist das Design und Konzept des east Hotels mehrfach international ausgezeichnet worden. Das cross-kulturelle Gesamtwerk nach dem Motto „Asien begegnet Backstein“ bietet 128 Zimmer inklusive acht Suiten und zwei Apartments, 230 Restaurantplätze, mehrere Bars und Lounges und natürlich den east Conference Bereich mit Tagungs-, Seminar-, und Eventlocations.

Dabei setzt sich der Konferenzbereich aus neun teilweise kombinierbaren Räumen zusammen, die einzeln zwischen 37 und 79 m2 groß sind. In der größtmöglichen Kombinationsvariante „east combination room“ finden nach Hotelangaben bis zu 250 Personen Platz. Die Räume gruppieren sich um ein großzügiges Foyer und eine eigenständige Tagungsbar.

Zudem lässt sich in den Pausen im fernöstlich inspirierten cinema Garden Entspannung finden. Das Highlight im gesamten Tagungsbereich stellt aber das east Cinema dar. In ansteigenden, mit Kuhfell bezogenen Sitzreihen finden ca. 80 Gäste Platz. Alle Besucher haben dabei freie Sicht auf die 4,5 × 2,25 Meter große Bildwand im 16:9 Format. Das east Cinema ist mit einem LCOS-Full-HDTV-Projektor ausgestattet, wobei die Tonwiedergabe THX-Ultra2 entspricht.

In Bezug auf Bild- und Tonqualität hält das east Cinema also mit vielen Kinocentern mit. Im Zeitalter der Digitalisierung haben sich aber nicht nur die technischen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren stark erweitert, auch die Anforderungen an Konferenzen und Tagungen haben sich seit der Eröffnung des east Hotels im Jahr 2004 merklich weiter entwickelt. Was damals zu den fortschrittlichsten Komponenten in Sachen Konferenztechnik zählte, musste ein Jahrzehnt später neu überdacht werden. So basierte die Präsentationstechnik in den Konferenzräumen ursprünglich ausschließlich auf Projektoren.

Das Design des Architekten Jordan Mozer verknüpft fernöstlichen Charme mit westlicher Industriearchitektur.

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Das Design des Architekten Jordan Mozer verknüpft fernöstlichen Charme mit westlicher Industriearchitektur.

Zudem gab es eine große Anzahl Bodentanks, um den flexibel nutzbaren Räumlichkeiten gerecht zu werden Im Zusammenhang mit der kabelgebundenen Präsentationstechnik kam es aber regelmäßig vor Beginn einer Veranstaltung zu den typischen „Anschluss-Problemen“. Fehlende Kabel oder Inkompatibilitäten zwischen den Auflösungen von Notebook und Projektor waren dann oft die Ursachen für „Noteinsätze“ der Servicekräfte vom technischen Support.

Daher entstand im east Hotel einerseits die Idee, die Projektoren in den kleineren Konferenzräumen gegen großformatige Monitore auf Rollständern auszutauschen, während man in den beiden größeren Konferenzräumen hingegen auf neue Projektoren mit 6.500 ANSI-Lumen setzte. Andererseits bestand der Traum, auf kabellose Präsentationstechnik umzusteigen.

Wireless LAN als Kern

„Das war aber gar nicht so einfach“, erinnert sich Christopher Groß, Technical Supervisor der east Group. „Denn zum damaligen Zeitpunkt war für uns eine konkrete Lösung noch nicht sichtbar.“ Bis schließlich bei der Ausschreibung das ClickShare-System von Barco ins Gespräch kam, von dem sich Christopher Groß schnell überzeugen ließ. Es arbeitet nach einem Prinzip, das sich mit dem Trendthema der Bring Your Own Device (BYOD)-Lösungen vergleichen lässt: Der Referent bringt sein eigenes Gerät mit zur Veranstaltung.

Dieses kann ein PC, Tablet oder ein Smartphone sein und muss lediglich über einen WLAN-Anschluss verfügen. Weitergehende technische Details, wie Auflösung des eigenen Gerätes bzw. des Monitors/Projektors und entsprechende Anschlusskabel für Bild- und Tonübertragung, muss der Anwender dabei nicht mehr berücksichtigen.

So simpel wie formschön: die Buttons, Bedienelemente des ClickShare-Systems.

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So simpel wie formschön: die Buttons, Bedienelemente des ClickShare-Systems.

Auch ClickShare baut ein WLAN auf, über welches die Geräte der Nutzer angeschlossen werden. Die jeweilige Basiseinheit von ClickShare, die äußerlich wie ein kleiner Router aussieht, ist fest mit der Anzeigeeinheit – Monitor oder Projektor – verbunden. Die Geräte der Nutzer senden die Daten mit ihrer jeweiligen Auflösung an das ClickShare-System, das eine optimale Darstellung gewährleistet und auch vorhandene Ton-Informationen überträgt. Darüber lässt sich ebenfalls die kabellose Anbindung an vorhandene Beschallungsanlagen realisieren.

One Click Wonder?

Zum ClickShare-System gehören einfache Bedienelemente, die sogenannten ClickShare-Buttons. Auf den ersten Blick wirkt ein solches Teil wie eine PC-Maus mit einem etwas zu kurz geratenen USB-Anschlusskabel. Der ClickShare-Button ist ein Schalter, welcher seinen jeweiligen Status (nicht verbunden / verbunden / Anzeige Aktiv) durch deutliche optische Signale anzeigt. Das Drücken der Taste führt zum Statuswechsel, denn die ClickShare-Buttons beinhalten die Plug&Play-Funktionalität für USB-Anschlüsse. Der Nutzer muss dafür nicht über Administrator-Rechte verfügen. Alternativ zum Laptop unterstützt ClickShare die Bedienung über Smartphone oder Tablet-PC.

Für die Betriebssysteme iOS (Apple) und Android stehen kostenlose Apps zum Download zur Verfügung. Deren Design und die Bedienbarkeit sind den ClickShare-Buttons nachempfunden. Generell erlaubt ClickShare es, in einer Veranstaltung die Informationen mehrerer Teilnehmer gleichzeitig anzuzeigen. Bis zu vier der angeschlossenen Geräte können dabei die Bildschirminhalte auf die Anzeigeeinheit geben. Das System ordnet jedem Gerät dann automatisch ein Viertel des Bildschirms zu.

Die kabellose Präsentationstechnik wird in den kombinierbaren Tagungsräumen eingesetzt.

east Hotel

Die kabellose Präsentationstechnik wird in den kombinierbaren Tagungsräumen eingesetzt.

Erfahrungen aus der Praxis

Die reine Installation dieses Systems ist im east Hotel reibungslos verlaufen. Die Herausforderung war jedoch, für jede ClickShare Basis-Unit den richtigen WLAN-Kanal für einen stabilen und störungsfreien Betrieb zu finden. Karl-Björn Rindfleisch vom beauftragten Systemhaus AV-Connect erklärt: „Dabei hatten wir es nicht nur mit den Netzen aus dem Hotel selber zu tun. Auch private Netze aus benachbarten Wohnhäusern strahlen leider bis in den Konferenzbereich des east Hotels hinein.“ Dass diese Problematik auch Barco nicht unbekannt ist, zeigt ein 14-seitiges Support-Dokument zum Thema WLAN des Herstellers.

Trotz dieser anfänglichen Hürde ist die Resonanz seitens des Hotels und seiner Konferenzgäste aber mehr als positiv: „Referenten, die niemals zuvor mit einem solchen System gearbeitet haben, sind in der Anfangsphase schon mal ein wenig irritiert“, meint Christopher Groß vom east Hotel. „Das wird aber ganz schnell von Begeisterung abgelöst. Auch für unser Servicepersonal hat sich die Stressphase vor Beginn von Tagungen deutlich entschärft. Bisher hatten wir nur einen Referenten, dessen Firmen-PC so abgesichert war, dass die Nutzung der Plug&Play-Funktion nicht möglich war. Für solche Fälle greifen wir auf die immer noch vorhandene ursprüngliche Verkabelung zurück.“


 

Daten & Fakten east Hotel

Bauherr:

// Klimek & Co. Grundstücksverwaltungen GmbH, Hamburg

Architekt:

// Schmitz-Mohr & Wölk, SMWÖ, Lüchow;

Jordan Mozer and Associates, Ltd.,

Chicago (Innenarchitektur)

Medientechnik-Facherrichter:

// AV-Connect GmbH, Hamburg

 

Autor: Helmut Burmeier

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