Grundlagen

Lichtsteuerung per DALI

Wer sich mit den Themen Smart Home bzw. Smart Building beschäftigt wird bereits nach kurzer Zeit mit dem Protokoll DALI (Digital Addressable Lighting Interface) konfrontiert. Die Frage ist nur: Was kann das Schnittstellenprotokoll und für welche Anwendungen ist der Einsatz geeignet und sinnvoll? Eine kurze Einführung. 

Für die Steuerung eines komplexen DALI-Systems gibt es die unterschiedlichsten Optionen, die von kabelgebundenen Schaltsystemen bis hin zu Funklösungen über das Smartphone reichen.

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Für die Steuerung eines komplexen DALI-Systems gibt es die unterschiedlichsten Optionen, die von kabelgebundenen Schaltsystemen bis hin zu Funklösungen über das Smartphone reichen.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei DALI um ein Schnittstellenprotokoll für die digitale Kommunikation zwischen elektronischen Betriebsgeräten für die Lichttechnik wie elektronischen Vorschaltgeräten, Transformatoren usw. Mit diesem Standard ist die Austauschbarkeit der Betriebsgeräte von verschiedenen Herstellern, durch ein von AG DALI genormtes Prüfverfahren in einer lichttechnischen Anlage garantiert. Dies soll allen Beteiligten des jeweiligen Bauvorhabens – Planern, Leuchtenherstellern, Bauherren, Installateuren und Anwendern – die Sicherheit geben, einen firmenübergreifenden Schnittstellenstandard für ihr Beleuchtungssystem zu verwenden und so eventuell auftretende Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, um einen reibungslosen Betrieb der Beleuchtungsanlage grundsätzlich zu ermöglichen.

Grundlagen und Voraussetzungen
DALI ist auf die möglichst einfache Installation, Steuerung und Kommunikation einzelner Leuchten bzw. Lichtinstallationen hin ausgerichtet. Das System kann bis zu 64 Adressen, 16 Gruppen und 16 Szenen verwalten und eignet sich somit in der grundsätzlichen Ausführung für kleinere Projekte bzw. Gebäudeabschnitte. Durch einen bidirektionalen Datenaustausch kann ein DALI-Steuergerät bzw. ein DALI-Gateway den Status von Leuchtmitteln oder Betriebsgeräten einer Leuchte abfragen bzw. deren Zustand setzen. Für den Einsatz in bestehenden Installationen bieten sich Funklösungen, wie z. B. Enocean Funk, an. Um bei eventuellen Änderungen der Beleuchtungsanlage möglichst flexibel zu bleiben, ohne selbige komplett neu programmieren zu müssen, werden einige Parameter wie Individualadresse, Gruppenzugehörigkeit, Lichtszenenwerte, Dimmgeschwindigkeit, Notstromlichtwert und Einschaltlichtwert bei Spannungsrückkehr nicht zentral, sondern im jeweiligen Vorschaltgerät gespeichert. DALI ist aufgrund dieser Eigenschaften als eine Basis für ein intelligentes und flexibles Lichtmanagement in einem modernen Gebäude anzusehen.

Optionale Erweiterungen
Aktuelle Anforderungen an ein modernes Gebäudemanagement erfordern jedoch oftmals weitreichendere Lösungen bzw. Steuerungen und an dieser Stelle ist DALI mit den standardmäßig 64 ansprechbaren Adressen in komplexeren Anlagen schnell am Ende angelangt. Allein eine einzige RGBW-Lichtinstallation würde bereits 4 Adressen verbrauchen und der Trend zu solchen Farb- und Effektsteuerungen hält nach wie vor an. Ebenso besteht der Bedarf, auch weitere Systemkomponenten der Gebäudetechnik anzusprechen. So müssen DALI-basierte Anwendungen entsprechend räumlich aufgeteilt werden und mit einer übergeordneten Steuerung per Gateway vernetzt werden, z. B. über ein KNX-System. Doch auch die Integration von Sensoren in das bestehende Netzwerk ist inzwischen notwendig und wird durch die neue Variante DALI 2 abgedeckt. DALI 2 ermöglicht es nun Sensoren, selbstständig auf den Bus zuzugreifen und entweder an ein Mastersteuergerät, an Leuchtenbetriebsgeräte oder andere Sensorsteuergeräte zu kommunizieren.

Autor: Alexander Schwarz 

 

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