Den Blå Planet Kopenhagen

Interaktive Ausstellungsgestaltung mit Projektion

Spielerische Interaktion war in Dänemarks Nationalaquarium „Den Blå Planet“ (Der Blaue Planet) in Kopenhagen ein wichtiger Faktor bei der Neugestaltung der multimedialen Ausstellung. Dabei kommen auch Beamer auf unterschiedliche Weise zum Einsatz.  

Die interaktive Planktonprojektion ist ein Highlight für Kinder.

Klaus Reinelt

Die interaktive Planktonprojektion ist ein Highlight für Kinder.

Ein multimediales Highlight der Ausstellung ist für Kinder beispielsweise ohne Zweifel die Plankton-Installation. Dabei geht es um vergrößerte Piktogramme von Phyto- und Zooplankton, die in einem minimalistischen Comicstil auf eine Wand projiziert werden. Wenn jemand daran vorbeigeht, weicht das Plankton aus. So entsteht der Eindruck, als würde der Besucher durchs Wasser gehen und einen Schwall Plankton vor sich hertreiben. Viele Kinder machen sich hier einen Spaß daraus, an der Wand auf und ab zu hüpfen, um das Plankton zu „jagen“. Dafür sorgen drei Kinect-Sensorkameras auf der gegenüberliegenden Wand, die den Raum flächig abtasten, so dass der Besucher mit seiner Outline eine Reaktion hervorruft. Der Sensor-Input wird auf einem separaten Server gerendert und zu einem Bild zusammengesetzt, welches dann wiederum an drei Projektoren verteilt wird.

Auffallend ist dabei, dass die Technik wie in vielen Bereichen des „Blå Planet“ offen zu sehen ist. „Das liegt vor allem daran, dass sich hinter den meisten Wänden große Aquarien verbergen“, erklärt Mark Moust, Ausstellungstechniker bei “Den Blå Planet”. „Hinter der gegenüberliegenden Wand der Plankton-Installation befindet sich beispielsweise unser größtes Aquarium. Hier haben wir nicht die Möglichkeit, tief zu bohren. Aus diesem Grund haben wir uns generell dafür entschieden, die Technik offen in den oberen Wandbereichen zu verbauen. Damit dies nicht so extrem ins Auge fällt, wurden diese Bereiche schwarz gestrichen. Generell fällt das aber nicht weiter auf, da alle Räume in einem dunklen Grau gehalten sind.“

Die Installation Thunfischanatomie vereint Print und Projektion.

Klaus Reinelt

Die Installation Thunfischanatomie vereint Print und Projektion.

Robust und langlebig
Was im „Den Blå Planet“ ebenfalls deutlich wird: Eine Einrichtung, die viele Kinder zu seinen Besuchern zählt, muss besonderes Augenmerk auf Robustheit und Langlebigkeit der Technikkomponenten legen. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Installation zur Fischanatomie, die aus genau diesen Gründen Print und Projektion geschickt miteinander verbindet. Dabei wurde auf eine speziell vorbehandelte Wandfläche ein großer Thunfisch gedruckt, dessen Innenfläche hell gehalten ist. Unterhalb des Fisches befinden sich mehrere Buttons, über die unterschiedliche Themenbereiche zur Fischanatomie aufgerufen werden können, z. B. Innereien oder Skelett, die dann über einen oberhalb angebrachten Short-Throw-Projektor in das Innere des Fischleibes projiziert werden. „Rein technisch gesehen wären die Buttons hier gar nicht erforderlich“, berichtet Mark Moust. „Denn hinter ihnen befinden sich Sensoren, die auf Bewegung reagieren. Da aber gerade kleine Kinder die Angewohnheit haben, mit undosierten Kräften auf Sensorflächen zu hauen, bilden die Buttons hier sozusagen einen Schutz für die Technik. Auch das ist eine wesentliche Veränderung im neuen Ausstellungskonzept: Früher hatten wir viele mechanische Exponate, die aber sehr häufig repariert werden mussten, da gerade die kleineren Kinder ihre Kräfte noch nicht richtig dosieren können. Dieses Problem haben wir jetzt nicht mehr.“

Cord-Hinrich Grote, Projektleiter und Art Director bei Atelier Brückner, weist zudem darauf hin, dass bei sämtlichen Installationen mit Projektionen ebenso wie bei den Wandgrafiken die Beleuchtung im „Blå Planet“ eine wichtige Rolle spielt: „Gemeinsam mit dem namhaften Lichtdesigner Jesper Kongshaug wurde für die bis zu 50 m langen, raumhohen Wandgrafiken ein speziell angepasstes Beleuchtungssystem entworfen, so dass wir nun eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung auf den Illustrationen erreichen. Dafür sorgen minimalistisch gestaltete, lineare Lichtvouten, die relativ nah an der Wand verbaut wurden und in einem sehr steilen Winkel auf diese treffen. Die darin enthaltenen LED-Elemente, die alle 30 cm verbaut sind, verfügen über eine spezielle Lichtcharakteristik, so dass man insgesamt ein gleichmäßiges Helligkeitsbild erhält. Es entstehen weder Scallops noch eine Verschattung. Das Problem dabei war lediglich: Je steiler das Licht von oben geworfen wird, desto stärker treten Unregelmäßigkeiten auf den Wänden hervor. Entsprechend mussten diese sehr gut vorbehandelt werden, um dies zu vermeiden.“

Autor: Claudia Rothkamp 

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